17.11.2006 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Kunstkontor Westnerwacht in Regensburg zeigt Werke des Berliner Malers Bodo Rott Bilder zwischen Traum und Wirklichkeit

von Susanne WolkeProfil

Als die Künstler Mitte des 20. Jahrhunderts weltweit damit begannen, ihre Leinwände einfarbig zu bemalen oder mit Klecksen zu besprenkeln, war der höchste Grad der Abstraktion erreicht. Ausgehend von Deutschland führt nun, Jahrzehnte später, eine erneute Revolution innerhalb der Malerei diese wieder zur gegenständlichen Darstellung zurück.

"Während meiner Studienzeit war figürliche Malerei nicht sehr gefragt", sagt Bodo Rott. Das war in den 1990-er Jahren. Heute gilt der Berliner Maler als Vertreter des "New German Painting". Die aus Leipzig kommende Strömung ist momentan führend auf dem internationalen Kunstmarkt und zeichnet sich durch ein gemeinsames Merkmal aus: die gegenständliche Malerei. Ölbilder und Aquarelle von Bodo Rott sind nun in der Regensburger Galerie Kunstkontor Westnerwacht zu sehen.

Bodo Rotts Bilder erzählen Geschichten: von Ausflügen ins Grüne, Geburtstagsfeiern, Mahlzeiten im Kreis der Familie und Kinderspielen. Doch es ist keine Idylle, die hier vermittelt wird. Die Geburtstagstorte explodiert, beim Gummihüpfen scheinen die Gummis zu gefährlichen Strahlen zu mutieren. Köpfe und ganze Figuren sind übermalt. Traum und Wirklichkeit scheinen vermischt.

Als Versuchsanordnungen bezeichnet Rott seine buntfarbig leuchtenden Bilder, auf denen grelle Lichter tiefe Schlagschatten werfen und naturgetreu dargestellte Elemente neben skizzenhaften Zeichnungen stehen. Die gnomenhaften Figuren, die seine Werke bevölkern, vergleicht der Künstler mit Crashtestdummies. Dass die Bilder eine bedrohliche Wirkung hervorrufen, streitet Rott nicht ab. "Meine Figuren haben einen schweren Stand", gibt er zu. "Es zeigt sich, dass der Aufprall auf die Wand aus Leinen ebenso hart ausfallen kann wie der auf die Wand aus Steinen."

Obwohl er vom Stil her zu den "New German Painters" gehört, hält Bodo Rott eine gewisse Distanz zur so genannten Leipziger Schule und zum "Dresdner Pop". "Man muss nicht in Leipzig studiert haben, um figürlich zu malen", äußert sich der gebürtige Ingolstädter, der Schüler an der Kunstakademie Nürnberg und an der Hochschule der Bildenden Künste Berlin war. "Ich habe schon vorher figürlich gemalt."

"Bodo Rott - Mischlicht" läuft bis zum 13. Januar 2007 im Kunstkontor Westnerwacht, Weintingergasse 4 in Regensburg. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 15.30 bis 18 Uhr, Samstag von 13 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Weitere Informationen:

www.westnerwacht.de

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