03.11.2017 - 14:46 Uhr
RegensburgOberpfalz

"Lebensart genießen" in Regensburg Anders statt mehr

Oliver van Essenberg ist Bamberger und schreibt ein Buch über Genuss in Regensburg. Mit dem fünften Buch der Reihe "Lebensart genießen" traut sich der Herausgeber zum ersten Mal aus dem Frankenland heraus. Was er dabei besonders aufregend fand und auf welche Geheimtipps er gestoßen ist, verrät er im Interview.

von Lena Schulze Kontakt Profil

Weiden/Regensburg. Nach Bamberg, Bayreuth, Würzburg, Nürnberg und dem Fichtelgebirge hat van Essenberg Regensburg entdeckt. Das "Lebensart genießen - in und um Regensburg" ist eine Art Stadtführer: Das Buch ist für Genussmenschen gemacht, weshalb es der Bamberger Verlag "selekt" auch als "Verführer" titelt. Dieser beschränkt sich nicht nur auf das Ausgehen, sondern umfasst auch Design und Kultur. Eine Genießer-Landkarte:

Was unterscheidet den "Verführer" von anderen Stadtführern?

Oliver van Essenberg: Das Buch stellt anhand eines breiten Themenspektrums Besonderheiten der Region vor. Der Themenmix ist in dieser Form wohl einzigartig: Liebevoll aufgemachte Adressempfehlungen und Meinungsbeiträge, die sich speziell der Lebensart und dem Genuss widmen, wechseln sich ab. Dazu kommen appetitanregende Rezeptseiten und emotionale Fotos des Regensburger Fotografen Holger Riegel. Das Blättern und Lesen im Buch kann selbst zum Genuss werden.

Für wen ist der "Verführer"?

Prinzipiell für alle Menschen, die die Stadt und die Umgebung sinnlich und intensiv entdecken wollen. Daher wendet sich das Buch nicht an die "Regensburg-in-Drei-Stunden-Besucher", sondern an alte und neue Freunde. Einheimische können Neues entdecken oder auch vermeintlich Bekanntes aus einer neuen Perspektive kennenlernen. Zur Zielgruppe gehören aber auch Gäste von außerhalb, die immer wieder oder für mehrere Tage hier sind. Insofern spricht das Buch sehr stark kulturinteressierte Leser an, verbunden mit einem hohen Nutzwert. Die Leser erfahren auch, wo man Schönes entdecken, genießen und einkaufen kann.

Sorgfältig ausgewählte Empfehlungen: Nach welchen Kriterien sind Sie vorgegangen?

Das grobe Raster ergibt sich aus den Themen Kulinarik, Handwerk, Architektur, Kunst und Natur. Dazu suche ich die interessantesten Empfehlungen. Die Kriterien sind: Regionalität, herausragende geschichtliche Bedeutung, ein außergewöhnliches Angebot, Originalität, saubere handwerkliche Produktion. Wir stellen fast ausschließlich Erzeuger und Klasse-Produzenten vor und einen Händler beispielsweise nur dann, wenn er tief in der Machart eines Produktes drin steckt und eine ganz eigene Philosophie lebt. Bei einem so breiten Feld wie der Gastronomie erfordert das Konzept eine spitze Auswahl, wenn man die herausragenden Vertreter von der bodenständigen Küche bis zur Spitzengastronomie vorstellen will.

Sie sind Bamberger - wie haben Sie sich an die Oberpfälzer Regierungshauptstadt genähert?

Mein erster Kontakt hat mich, wie so oft, zu "Slow Food" geführt, der Betrieb ist Mitglied im Verband. Für die Aufnahme in das Buch ist eine Mitgliedschaft nicht entscheidend, aber es ist ein guter erster Anker, weil sich von da aus schnell weitere Kontakte zu gut informierten und kulturinteressierten Regensburger ergeben. So entsteht ein immer größer werdendes Netzwerk. Am Buch haben etwa 30 Autoren aus der Region mitgewirkt.

Sie haben sich 1,5 Jahre mit Regensburg auseinandergesetzt. Was hat sie am meisten beeindruckt?

Der Kontrast zwischen dem Alten und dem Neuen, zwischen Historie und aktuellen Entwicklungen ist mir stark aufgefallen. Viel stärker noch als in meiner Heimatstadt Bamberg, die ja auch "nur" gut 1100 Jahre Geschichte hat, während es in Regensburg etwa 2000 sind. Aber das Moderne und Zeitgemäße tritt hier noch schärfer hervor. Ich finde das aufregend. Der Kontrast macht das Potenzial der Stadt aus.

Ihr persönlicher Geheimtipp?

Bei den Restaurants das "Storstad", auch wenn für mich ein Besuch nicht oft in Frage kommt. Es bringt genau beides zusammen: Altes und Neues in einer traumhaften Atmosphäre.

Bisher umfasst die Reihe fünf Bücher. Sind weitere "Verführer" geplant?

Ich sondiere gerade, ob der Frankenwald und der Steigerwald in Frage kommen. Zwei fränkische Regionen also, die eher im Verborgenen blühen. Hier wie dort gibt es mit Sicherheit wunderbare Kleinode zu entdecken.Bild: exb

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