Museum der Bayerischen Geschichte
Eröffnungstermin wackelt

Noch verdecken Zementsilos, Bürocontainer und das Gerüst die Fassade des neuen Hauses der bayerischen Geschichte am Donaumarkt in Regensburg Bild: Bettina Dostal
Kultur
Regensburg
17.07.2017
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München. Nach dem Brandanschlag auf die Baustelle des Museums der bayerischen Geschichte in Regensburg gerät der Zeitplan für dessen Eröffnung ins Wanken. "Sollte alles eintreten, was wir derzeit befürchten, ist das geplante Programm Makulatur", sagte der Leiter des Hauses der bayerischen Geschichte (HdbG), Richard Loibl, im Münchener Presseclub.

Derzeit ist vorgesehen, dass das Gebäude am 9. Juni 2018 im Rahmen eines öffentlichen Museumsfests offiziell an das HdbG als Nutzer übergeben wird. Die Eröffnung der umfangreichen Dauerausstellung mit Hunderten Exponaten zur bayerischen Geschichte seit 1800 sollte im November 2018 erfolgen. Vor allem dieser Termin wackelt nun.

Wie Loibl mitteilte, hat das Feuer "verheerende Schäden" angerichtet. Der Bauteil, der die "Bavariathek" mit Veranstaltungsräumen und einem Medienarchiv beherbergen soll, müsse bis auf den Rohbau zurückgeführt und neu errichtet werden. Womöglich müssten sogar die Fenster ausgetauscht und die Fassade erneuert werden. Mit der Eröffnung der "Bavariathek" sei jedenfalls nicht mehr im Jahr 2018 zu rechnen.

Inwieweit das Feuer auch andere Teile des Komplexes in Mitleidenschaft gezogen habe, werde gerade von Sachverständigen geklärt, erläuterte Loibl. Über Kanäle und Verbindungsschächte sei giftiger Rauch wohl auch in das Hauptgebäude mit den Ausstellungsräumen gezogen. Je nachdem wie hoch die ermittelte Schadstoffbelastung sei, müssten auch hier Rückbauten oder Sanierungen erfolgen. "Den Termin für das Museumsfest wollen wir halten, für alles andere kann ich noch keine Termine nennen", sagte Loibl. "Wir waren voll im Zeitplan, das ist jetzt bitter." Ungeachtet der unverschuldeten Probleme beim Museumsneubau zieht das HdbG seine Projekte für das bayerische Jubiläumsjahr 2018 durch. So wird die Landesausstellung "Wald, Gebirg und Königstraum - Mythos Bayern" im Kloster Ettal in die Feierlichkeit zu 100 Jahre Freistaat Bayern und 200 Jahre Verfassungsstaat Bayern eingebettet. Sie will ergründen, wie die Alpenlandschaft und die Bauten Ludwigs II. das Bild von Bayern geprägt haben.

Den Termin für das Museumsfest wollen wir halten, für alles andere kann ich noch keine Termine nennen.Richard Loibl Leiter des Hauses der bayerischen Geschichte
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