28.12.2017 - 20:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Regensburger Weihnachtscircus mit Artisten und Illusionisten noch bis Heilig Drei König zu sehen Zweige auf der Adlerfeder

Das war bisher noch nicht zu sehen: Biegbare Palmäste, manche mehrere Meter lang, werden aneinander gesetzt und wachsen zu einem grandiosen Mobile, das wie von Geisterhand aufeinander ruht. Das ist die Top-Nummer im Regensburger Weihnachtscircus, dessen Programm mit allen Weltklasseunternehmen Schritt halten kann.

Die Palmzweige, gestapelt auf einer Adlerfeder: Eine Balance-Nummer, die man so nie zuvor gesehen hat. Bild: Houschka
von Autor HOUProfil

Vorab: Es ist wirklich jammerschade, dass die Direktion auch heuer darauf verzichtet, ihre Artisten und Künstler im Verlauf des zweieinhalbstündigen Programms vorzustellen. Sie hätten es alle redlich verdient. Denn was bis Sonntag, 7. Januar, auf dem Regensburger Dultplatz vor den Augen eines begeisterten Publikums abläuft, darf von der ersten Minute an die begehrten "Clown"-Auszeichungen, die jährlich in Monaco vergeben werden, für sich beanspruchen: Der Regensburger Weihnachtsscircus in seiner dritten Auflage. Ein überschaubares Zelt und rundherum alles mit Stil inszeniert. Mit allem, was zum Zirkus unserer Tage gehört.

Ohne Tierdressuren

Keine Tiger, keine Elefanten, noch nicht einmal Pferde. Einzige Ausnahme ist die Foxterrier-Dame Lou-Lou, deren Begeisterung für Herrchen Rodrigue Funke sich in Saltos, Rollen seitwärts und anderen Kabinettstückchen ausdrückt. Bravo Funke! Nicht nur für die Dressur - auch für die Regie dieser exzellenten Show. Sie könnte auch in Las Vegas stattfinden. Aus Äthiopien ist die äußerst attraktive Rich Metiku an die Donau gereist. Eine junge Dame, die ihren Körper schlangenartig verbiegt. Danach Jidini Magic, der als Illusionist und Zauberer seine Manegen-Begleiterinnen mit großer Kreissäge in Stücke teilt. Danach ist wieder alles am rechten Fleck.

Sieben Männer hangeln sich in die Zeltkuppel und zeigen atemberaubend, wie sie im Pyramiden-Team ein Stange überqueren. Die "Xtreme Brothers", bei denen jeder falsche Schritt in die Tiefe führt. Mit muskulösen Oberkörpern wie aus dem Bodybuilder-Magazin. Eine Schlussnummer, die genau hinein passt in dieses Programm des Staunens. Es nennt sich "Sternenzauber".

Unglaubliche Momente

Den eigentlichen Höhepunkt aber gibt es lange zuvor. Eine Dame aus dem Schweizer "Cirque Nouveau Rigolo" tritt in die Manege und beginnt damit, auf einer Adlerfeder biegbare Palmäste zu stapeln. Einen auf den anderen, kreuz und quer. Sie hebt die meterlangen Zweige mit den Füßen in ihre Position. Nach und nach wird eine Art Perpetuum Mobile daraus.

Eine Balance-Nummer, wie man sie nie zuvor gesehen hat. Aus der circensischen Genial-Arbeit ergibt sich ein unglaublicher Anblick. Die Zweige werden zum Kunstwerk. Nur auf Millimeter breiter Grundposition gehalten. Dann zieht die Rigolo-Frau ihre zu Beginn im Haar getragene Feder aus dem sanft vor sich hingleitenden Konstrukt - und alles sackt sekundenschnell in sich zusammen. Schade nur, dass niemand sagt, wie die Ausnahmekünstlerin heißt. Sie hätte den "Goldenen Clown" verdient.

Was dieser Regensburger Weihnachtscircus bietet, ist schlichtweg toll. Alles Weltklasse, einschließlich der Sängerin Nina Borovska, die das Publikum mit Leonard Cohens "Hallelujah" hinauf in eine kalte Winternacht unmittelbar neben der Donau entlässt. Wirklich ein Geschenk.

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