28.12.2007 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Vorsitzender des Kunstvereins GRAZ, Jürgen Huber, steckt voller Ideen Ein Kulturzentrum im Regensburger Schlachthof?

Große Pläne und tolle Ideen hat GRAZ-Vorsitzender Jürgen Huber in Regensburg. Bild: Wolke
von Susanne WolkeProfil

Regensburg. "Kunstverein GRAZ - Neue Heimat?", steht auf dem T-Shirt. Der Träger Jürgen Huber hat zu diesem Thema ganz konkrete Vorstellungen. Erstmal raus aus dem bisherigen Gebäude in der Ladehofstraße, so der Plan. Was dann genau kommt, ist noch nicht geklärt. Eines steht jedoch fest: Der Kunstverein GRAZ will die neuen Herausforderungen nutzen und steckt voller Ideen, von denen vielleicht bald die ganze Stadt profitieren kann.

Sechs Jahre lang residierte der Kunstverein GRAZ inmitten brachliegender Bahnschienen zwischen Dechbettener und Kumpfmühler Brücke. Eine autonome Insel mitten in der Stadt war das verlassene Gebäude für Jürgen Huber und seine GRAZ-Kollegen. Diese Stimmung nahm in den vergangenen Monaten aber immer mehr ab. "Nach und nach wurde hier alles abmontiert, schließlich auch unser Schild", erzählt Huber. "Wir kamen uns abgehängt vor." Die Konsequenz: GRAZ kündigte den Mietvertrag. Obwohl der noch um zwei Jahre verlängert worden wäre, wie sich mittlerweile herausgestellt hat. "Im März ist also Zapfenstreich", sagt Huber. "In der Ladehofstraße", fügt er an - "aber nicht bei GRAZ selbst."

Der Kunstverein wird umziehen. Zunächst wohl in eine größere Wohnung oder ein Ladenlokal, wofür Jürgen Huber derzeit Sponsoren sucht. Das für GRAZ bezeichnende "Crossover-Programm" will der Kunstverein auch in Zukunft beibehalten. "Wir bieten weiterhin neben Ausstellungen auch Vorträge, Performances oder Theater", hält Huber fest.

Huber denkt weiter

Vielleicht wird das neue Heim aber nur eine Übergangslösung. Denn Huber denkt schon viel weiter. Und eigentlich hat er eine ganz andere Lokation im Visier: den Schlachthof. Natürlich könne GRAZ den Gebäudekomplex nicht alleine nutzen, räumt Huber ein. Unter der Organisation des Kunstvereins könnten dort aber verschiedene Gruppierungen eine Heimat finden, die sich selbst keine eigenen Räume erwirtschaften können. Huber denkt da etwa an die "Tanzstelle R".

"Der Schlachthof als kultureller Anziehungspunkt, der durchaus mit Berlin oder München konkurrieren kann", schwebt Huber vor. Ein kulturelles Umfeld auch für Künstler, denen man hier Ateliers bieten und Regensburg somit schmackhafter machen könnte. "Man könnte etwa in München an der Akademie damit werben", Huber gerät ins Schwärmen. "Das wäre sensationell! Und ganz anders als der Andreasstadel oder die Mälze."

Nicht zuletzt müsse solch ein Projekt auch für die Stadt interessant sein, findet Huber. Die sei momentan ohnehin mit dabei, die Wirtschaftsregion Ostbayern, Westböhmen und Oberösterreich auszubauen. "Solch eine Region muss irgendwie identitätsstiftend sein", folgert Huber. "Und das ist die Aufgabe der Kultur." Die Ideallösung wäre für ihn also eine Zusammenarbeit mit der Stadt - "das könnte ich mir mit dem Kulturreferenten ebenso vorstellen wie mit dem Finanzreferenten".

Kunstszene spannend

Richtig loslegen könnte man da, ist Huber überzeugt. "Und wir hätten auch die Fähigkeiten." Die Kunstszene in dieser Region sei spannend. Und natürlich sei auch an eine Kooperation mit tschechischen und österreichischen Kulturschaffenden gedacht.

Dass sich dieses langfristige Projekt nicht von heute auf morgen organisieren lässt, ist Huber bewusst. Die Planungen für die nähere Zukunft konzentrieren sich daher zunächst noch auf den Kunstverein GRAZ an sich. Eine ganze Reihe von Veranstaltungen ist dort für das kommende Jahr geplant. Unter anderem stehen Graffiti und Konkrete Kunst auf dem Programm. Denn: So lange Jürgen Huber in Regensburg ist, gehen die Ideen dort nicht aus.

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