Weihnachtscircus in Regensburg
Weihnachts-Wunder im Zelt

Magier Jimmy Saylons und seine Damen, die er scheinbar nach Belieben verschwinden lässt. Bild: hou
Kultur
Regensburg
28.12.2016
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Das Weihnachts-Wunder wird quasi auf dem Tablett serviert. In einem Zelt am Regensburger Dultplatz, das bis zum 8. Januar Artisten aus aller Welt in einer Manege sieht, die längst nicht mehr auf Elefanten, Löwen und Tiger setzt. Gleichwohl: Tiere sind mit dabei, wenn sich der Vorhang öffnet: dressierte Husky-Hunde, dazu edle Pferde. Das war's dann aber auch schon mit der vierbeinigen Kreatur.

Das Programm vom Weihnachtscircus gleich neben der Donau ist, man muss es empfehlend weitergeben, exzellent. Artisten aus weltweit bekannten Unternehmen, vereinigt zum Auftritt für zwei Wochen in der Oberpfalz.

Der Magier Jimmy Saylons beispielsweise, der die ihn begleitenden Damen nach Belieben verschwinden lässt und sich selbst im Kerker einer Kiste quasi in Luft auflöst - um dann nach wenigen Augenblicken über den Hauptzugang in das Rondell zurückzukehren.

Wirklich toll, diese Zusammenführung von Künstlern, die sich Unterhaltung vom Allerfeinsten zur Aufgabe gemacht haben. Die "Petersburger Schlittenfahrt" wird von einer Hundemeute angeführt, der Asiate Kai Ciao jongliert mit acht Bällen und steigt, während die weißen Kugeln auf die Sprossen prallen, eine Treppe hinab. Mehr noch: Ciao kommt damit im Wirbel des Orchesters auch wieder zurück auf seine Plattform.

Tradition und alte Schule

Zirkus setzt noch immer auf die Tradition und die alte Schule. Menschen, die unter der Kuppel an dünnen Seilen pendeln und zwei Damen namens Alexandra und Kelly, die sich synchron auf ihren Händen auf vier dünnen Stangen erheben. Dann kommt der Russe Andrey Ivakhnenko im roten Kostüm eines Stacheligels und turnt wie ein Irrwisch über das Schlappseil. Das hätte auch dem heuer verstorbenen Oleg Popow zur Freude gereicht. Denn er war nicht nur Clown, sondern auch Schlappseilartist.

Clown im Smoking

Ach ja, der Clown. Es gibt ihn auch in diesem Weihnachtscircus. Nicht mehr mit roter Knollennase, buntem Kostüm und in seinen tapsigen Bewegungen den Kindern zur Freude. Der August heißt heute Cesar Dias. Er kommt mit Smoking und Hornbrille, singt Sinatras "My Way" und macht ansonsten von einer Unart Gebrauch, die man in der Manege offensichtlich nicht unterbinden kann: Leute aus dem Publikum werden wahllos ausgesucht und müssen sich dann, ob sie nun wollen oder nicht, in die Rolle des Hilfsclowns begeben. Allein das ist störend in einem Programm, dem es an Weltklasse nicht mangelt. Ansonsten: Bestnoten für alle, die zum Schluss stürmischen Beifall ernten.
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