Antragskonferenz zum Süd-Ost-Link in Regensburg
Punktuelle Erdverkabelung des Ostbayernrings

Die Antragskonferenz zum Süd-Ost-Link in Regensburg. Bild: Herda
Politik
Regensburg
30.06.2017
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Regensburg/Schwandorf. Ein Trend zeichnet sich ab bei der Antragskonferenz der Bundesnetzagentur zum Süd-Ost-Link in Regensburg: der Wunsch nach Bündelung mit dem Ostbayernring. Die offene Frage dabei: Lässt sich die partielle Erdverkabelung des letzteren politisch und rechtlich noch realisieren?

Auch Michael Kaiser vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium fordert eine solche Bündelung - um die schwierige Suche nach Ausgleichsflächen zu vermeiden. "Es wäre wichtig, eine Bilanz aufzustellen, wie viel Fläche dadurch gespart werden kann." Bündelungsoptionen sehe die Forstverwaltung südlich von Schwandorf bei Bubach an der Naab über Nittenau bis Altenthann. Gerade für Schwandorf sei das ein zentrales Anliegen, räumt Staatssekretär Albert Füracker beim Redaktionsgespräch ein. "Da ist derzeit die Diskussion im Gange", sagt der CSU-Bezirksvorsitzende, die Erdverkabelung des Ostbayernrings sei hier wünschenswert. "Der Ministerpräsident hat zugesagt, diese Forderung in die Koalitionsverhandlungen einzubringen." Technisch sei die Erdverkabelung des Rings punktuell möglich.

Auch wir als Landkreis vertreten die Auffassung, dass eine Bündelung von Ostbayernring und Süd-Ost-Link sinnvoll ist", schließt sich Landrat Thomas Ebeling diesem Wunsch an. Man müsse nur die rechtlichen Voraussetzungen schaffen. Die Befürchtung, die bei der Antragskonferenz geäußert wurde, die Bündelung könne zu mehr Freileitungen führen, zerstreut Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht: "Wir planen auch bei einer Bündelung keine Freileitung."

Die größte Befürchtung von Josef Irlbacher, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV) aus Nabburg: "Die Verlegung des Trassenverlaufs westlich von Schwandorf, um die Engstellen zu umgehen. Aufgrund der noch groben Trassenplanung könne er wenig über betroffene Landwirte, Grundstücke und Waldflächen sagen. Grundsätzlich warnt er vor breiten Waldschneisen: "Der Windkanal ist ein Problem", sagt Irlbacher, "man hat keinen normalen Waldrand mehr als Schutz, seitliche Bestände erleiden Schäden bei Stürmen, die Sonne kommt massiv rein und wir bekommen bei Trockenheit große Probleme mit Schädlingen." Die Landwirte drängten auf wiederkehrende Leistungen, weil für diese Fläche schließlich eine Wertschöpfung auf Dauer entstehe.

Für Schmidgaden bedeute die Planung eine Verbesserung in puncto Abstandsflächen, begründet Bürgermeister Josef Deichl das geringe Interesse vor Ort. "Wahrscheinlich ist es wie bei den Windrädern", vermutet Deichl. "Wenn dann die Bauarbeiten beginnen, kommt das große Erwachen."
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