Digitalisierung der Bildung
Schule in den Wolken

Ein Schüler arbeitet während des Unterrichts am Tablet. Bild: Carmen Jaspersen/dpa
Politik
Regensburg
11.12.2017
108
0

Digitalisierung ist derzeit das Zauberwort für viele Veränderungen, auch an bayerischen Schulen. Dabei geht es um mehr, als die Frage der Nutzung von Smartphones im Unterricht.

Einerseits sollen Schüler an die moderne, digitalisierte Welt herangeführt und dafür vorbereitet werden. Andererseits ist Schule ein geschützter Raum, wie Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sagt. Dort sollen die Schüler soziale Verhaltenweisen lernen und einüben. Dazu gehört ein verantwortungsvoller Umgang mit den neuen Technologien, aber auch der Schutz vor Gefahren, wie etwa vor Cybermobbing.

Dem bayerischen Schulminister ist es deshalb zu "plump", von einem Handyverbot zu sprechen. Dieses hatte der bayerischen Elternverband kritisiert. Spaenle verweist am Montag im Gespräch mit Journalisten in Regensburg auf die Entscheidungskompetenz der Lehrer und Schulen. Sie könnten festlegen, wann es sinnvoll sei und in welcher Form, Smartphones im Unterricht und an der Schule zu nutzen.

Digitalisierung der Schulen bedeutet ohnehin mehr: Es geht um den sinnvollen Einsatz von Software, Lern-Apps, Computern, Whiteboard, Tablets oder auch der guten alten Kreide und Tafel. Das braucht abgestimmte Lehrmethoden, abhängig vom jeweiligen Fach, macht Thomas Unger von der Regierung der Oberpfalz deutlich. Diese werden derzeit entwickelt. Dabei seien auch Lehrkräfte aus der Oberpfalz eingebunden. Die Regierung verfolgt einen Bottom-Up-Ansatz. Die Lehrer würden über Fortbildungen mitgenommen. Mit der Plattform Medialer Bildungsservice (Mebis) des Kultusministeriums steht Schulen, Lehrern und Schülern eine eigene, geschützte Bildungscloud zur Verfügung. Diese ermögliche es, dem Nutzer auch eigene Geräte zu verwenden.

Bei der Finanzierung der digitalen Ausstattung der Schulen werden die Kommunen nicht allein gelassen, erläutert Spaenle. So sind im Masterplan "Bayern Digital II" der Staatsregierung 162,5 Millionen Euro im Zuge des Nachtragshaushalt für 2018 vorgesehen. Mit diesem Geld würden die Kommunen unterstützt. Für die Jahre 2019 und 2020 sind Verpflichtungsermächtigung vorgesehen. "Als Botschaft, dass es nicht nach dem Windhundprinzip geht", sagt Spaenle.

Kritik an mangelnder Förderung der Kommunen bei der Digitalisierung der Schulen kam am selben Tag vom bildungspolitischen Sprecher des SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll. Diese wies das Ministerium umgehend zurück.

Oberpfälzer SchulstatistikZum neuen Schuljahr am 12. September haben in der Oberpfalz 53 666 Schüler den Unterricht an den Grund- und Mittelschulen begonnen. Für 8985 Schüler war dies ihr erster Schultag. Die Einschulungszahlen sind laut Regierung der Oberpfalz nahezu stabil geblieben. Sie gingen um nur 0,16 Prozent zurück. Die Schülerzahl in den Mittelschule sank um 606, teilte die Regierung am Montag mit. Das entspricht einem Minus von 3,32 Prozent. Dagegen nahm die Zahl der Schüler an den Grundschulen weiter zu, um 80. Das entspricht einem Anstieg um 0,22 Prozent. Bei der Gesamtzahl der Schüler gibt es einen leichten Rückgang um 526. Das entspricht einem Minus von 0,97 Prozent. Regierungspräsident Axel Bartelt verwies darauf, dass die Zahlen an den Grund- und Mittelschulen in der Oberpfalz erstmals seit zehn Jahren nahezu stabil geblieben sind. (paa)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.