11.07.2016 - 02:10 Uhr
RegensburgOberpfalz

Flüchtlinge siedeln in Regensburger Pfarrheim um Raus aus dem Dom

45 Balkan-Flüchtlinge und Roma haben eine Woche lang Tag und Nacht im Regensburger Dom verbracht, weil sie ihre Abschiebung befürchten. Das Bistum duldete bisher ihre stille Protestaktion und wird sich weiter um die humanitäre Versorgung der Gruppe kümmern, zu der auch viele kleine Kinder und schwerstkranke Menschen gehören.

Seit Dienstag protestieren Balkan-Flüchtlinge im Regensburger Dom gegen ihre Abschiebung. Bild: dpa
von Agentur EPDProfil

Nach mehreren Gesprächen mit Kirchenvertretern wollen die Männer und Frauen aus Balkan-Staaten aber heute den Dom verlassen und in ein Pfarrheim umziehen. "Die komplette Gruppe kann dort viel besser untergebracht und betreut werden", sagte ein Bistumssprecher am Sonntag. Die entsprechenden Vorbereitungen seien im vollen Gange. Es bleibe bei einer Duldung unter einem kirchlichen Dach.

Über den geplanten Umzug war in der Gruppe und mit Bistumsvertretern intensiv beraten worden. Es sei ein erster Schritt, "wir wollten den Leuten aber dafür Zeit geben und keinen Druck aufbauen", unterstrich der Sprecher. Einige der Flüchtlinge hätten Zweifel und Angst gezeigt, ob sie auch in der anderen Unterkunft zunächst weiter sicher vor den Behörden blieben. Das Pfarrheim sei wie der Dom ein geschützter Raum. Es handele sich jedoch um kein Kirchenasyl. Mit den zuständigen Behörden und der Polizei sei vereinbart worden, dass die Flüchtlinge ohne Angst vor einer Festnahme umziehen könnten.

Ein Polizeisprecher bestätigte am Sonntag, dass die Situation bisher unverändert sei: "Es gibt keinen Anlass einzuschreiten", stellte er klar. Das Bistum übt das Hausrecht aus und lehnt ein Eingreifen der Behörden ab. Am Samstag fand eine Solidaritätskundgebung mit den Balkan-Flüchtlingen in Regensburg statt. Daran nahmen laut Polizei rund 150 Menschen teil, die durch die Innenstadt zogen.

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