28.03.2017 - 20:32 Uhr
RegensburgOberpfalz

Jahresbilanz des Bezirksausschusses Design-Akademie in Cham muss schließen

Schmidmühlen/Regensburg. Um ein hohes Defizit zu vermeiden, griff der Bezirk Oberpfalz 2016 auf seine Allgemeinen Rücklagen zurück. Kämerer Karl Hirsch veröffentlichte im Schmidmühlener Hammerschloss die Zahlen des Jahresabschlusses bei der Bezirksausschusssitzung.

von Lucia SeebauerProfil

Im vergangenen Jahr hatte der Bezirk Einnahmen in Höhe von etwa 400 Millionen Euro. Demgegenüber standen Ausgaben von rund 401 Millionen Euro. Das ergab unterm Strich einen Fehlbetrag von 900 000 Euro. Allerdings ist dieser Umstand nicht ungewöhnlich, wie Bezirkstagspräsident Franz Löffler erklärte: "Bei so einem Volumen an Ausgaben kann man die Zahlen nicht genau treffen." Fragen warf das Budget für die Teichwirtschaft Wöllershof auf. Die Einrichtung erwirtschaftete bei einem Kontingent von 98 900 Euro einen relativ hohen Überschuss von 85 728,34 Euro. Der Bezirk teilt seinen Einrichtungen ein Budget zu, mit dem sie eigenverantwortlich wirtschaften müssen. Wird ein Überschuss erzielt, kann eine Institution dieses Geld für wichtige Anschaffungen ansparen und es für das nächste Jahr mitnehmen. Entsteht ein Verlust, müsste dieser ebenfalls vorgetragen werden. Doch in diesem Fall ist ein ungewöhnlich hoher Betrag entstanden - und zwar über mehrere Jahre: "Das sollte hinterfragt werden", sagte Hirsch. Sein Vorschlag eines begrenzten Budgetübertrags von 28 000 Euro für 2018 sowie einer weiteren Prüfung wurde einstimmig beschlossen. Erfreulich für die Vertreter des Bezirks waren die Überschüsse, die das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen, das Sudetendeutsche Musikinstitut, der Bezirksheimatpfleger sowie die Berufsfachschule für Musik erzielten. Mit leichten Berichtigungen wurden diese einstimmig in das Haushaltsjahr 2018 übertragen. Eine Ausnahme bildete jedoch die Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Cham. Die Schülerzahlen gingen immer weiter zurück.

"Ich bedauere es sehr, diese wertvolle Bildungseinrichtung schließen zu müssen. Trotz der hohen Qualität der Ausbildung und des Einsatzes des Akademiepersonals ist diese Entscheidung unumgänglich. Es ist unter wirtschaftlichen Aspekten nicht vertretbar, für eine so geringe Nachfrage das Angebot vorzuhalten. Schließlich geht es hier um Steuergelder", betont Löffler. Ferner wurden folgende Anträge auf Zuschüsse genehmigt: Die Bergwacht Bayern erhält 500 Euro für ihre Naturschutzaufgaben in den Regionen Bayerwald und Frankenjura, die Kampagne "Original regional" der Metropolregion Nürnberg bekommt 7500 Euro, der Fischereiverband 4100 Euro.

Als letzter Punkt ging es um einen Wechsel in der Besetzung des Sozialhilfeausschusses. Der Caritasverband schlug Stefan Gerhardinger als Sachverständigen sowie Christian Kreuzer als Stellvertreter vor. Zudem ist Diözesan-Direktor Roland Batz als Sachverständiger ausgeschieden. Auf Vorschlag des Bistums Regensburg soll Michael Weißmann sein Nachfolger im Sozialhilfeausschuss werden. Damit wäre zum ersten Mal ein weltlicher Vertreter auf diesem Posten. Beide Vorschläge wurden einstimmig genehmigt.

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