21.07.2017 - 21:42 Uhr
RegensburgOberpfalz

Kirchen verlieren erneut zehntausende Mitglieder: Ostbayern bleibt katholische Hochburg

Etwa 70 Prozent der Bayern gehören der katholischen oder evangelischen Kirche an. Das sind deutlich mehr als im bundesweiten Durchschnitt - doch auch im Freistaat treten jährlich Zehntausende aus.

Eine Frau sitzt in einer Kirche - im vergangenen Jahr gingen erneut weniger Katholiken in die Gottesdienste. Mit 2,4 Millionen besuchten durchschnittlich 10,2 Prozent der Katholiken am Wochenende den Gottesdienst. Bild: epd
von Agentur KNAProfil

München. (KNA/paa) Die Zahl der katholischen und evangelischen Christen in Bayern ist auch im Jahr 2016 zurückgegangen und erstmals unter die Marke von neun Millionen gesunken. Allerdings schwächte sich der Trend bei den Austritten etwas ab. Das geht aus am Freitag von beiden Kirchen veröffentlichten Statistiken hervor. Demnach kehrten der evangelischen Landeskirche fast 22 700 Personen den Rücken, die katholische Kirche verließen etwas mehr als 48 000 Menschen. Der Rückgang fiel damit um etwa neun Prozent niedriger aus als im Vorjahr.

Im Bistum Regensburg traten vergangenes Jahr 6632 Gläubige aus, im Vorjahr waren es noch 7042. Im Bistum gibt es noch 1,187 555 Millionen Katholiken. Den Statistiken der beiden Kirchen zufolge lebten im Freistaat im vergangenen Jahr 6,52 Millionen Katholiken und 2,41 evangelische Christen. Das sind 48 000 Katholiken und rund 15 000 Evangelische weniger als 2015. Als erfreulich registrierten beide Kirchen eine erneut leicht gestiegene Zahl an Taufen. Rückläufig war jeweils die Zahl der kirchlichen Bestattungen.

Mit einem Katholikenanteil von mehr als zwei Dritteln an der Gesamtbevölkerung ist Ostbayern mit den Bistümern Regensburg und Passau die katholischste deutsche Region. Allerdings ist im Bistum Regensburg inzwischen der Anteil der Katholiken unter 70 Prozent gesunken. Im Jahr 2011 waren es noch mehr als 88 Prozent. Einzig das Bistum Passau liegt mit 78 Prozent vor den Regensburgern. Mehr als die Hälfte der Einwohner auf dem Bistumsgebiet ist in Augsburg und Würzburg katholisch. In München und Freising, Eichstätt und Bamberg sind Katholiken schon länger nicht mehr in der Mehrheit.

Allerdings meldete das Erzbistum Bamberg erstmals seit 20 Jahren wieder eine steigende Zahl von Katholiken. Gezählt wurden im Jahr 2016 dort 690 600 Kirchenmitglieder, 2015 waren es noch 689 500. Im Bistum Eichstätt traten 2794 Christen aus, nach 3153 im Vorjahr. Dort gibt es noch 401 767 Katholiken.

Bundesweit verlor die katholische Kirche im vergangenen Jahr mit 162 093 Menschen knapp 20 000 weniger als 2015. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) meldete rund 190 000 Austritte, was ebenfalls einen Rückgang um 20 000 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

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