Kommentar zur CSU-Personalpolitik
Nur die Lautstarken kommen bei Ministerämtern zum Zug

Politik
Regensburg
05.03.2018
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Der Ärger Albert Rupprechts über die Personalpolitik in der CSU war überfällig. Der Bundestagsabgeordnete aus Weiden spricht aus, was schon lange zu beklagen ist. Obwohl die Oberpfälzer CSU zweitstärkster Bezirksverband ist und beim Wahlergebnis die Nase vorn hat, dürfen Oberpfälzer CSUler - wie jetzt bei der Besetzung von Kabinettsposten in Berlin - oder früher in München, nur am Katzentisch Platz nehmen.

Klar ist: Wer sich besser verkaufen kann, holt mehr heraus. Die schwäbische CSU hat es vorgemacht. Lange war spekuliert worden, Entwicklungsminister Gerd Müller werde ausgetauscht, obwohl er parteiübergreifend für seine Leistung gelobt wurde. Der Beobachter darf aber davon ausgehen, dass die schwäbische CSU nachdrücklich auf ihre guten Wahlergebnisse hingewiesen hat und gleichzeitig die CSU-Führung daran erinnert hat, dass die Partei die Bundestagswahl in Oberbayern verloren hat. Dort kamen die Christsozialen auf ein unterdurchschnittliches Ergebnis, während die CSU in Schwaben, aber auch in der Oberpfalz überdurchschnittlich abgeschnitten hat.

Wer welche Posten abholt, liegt aber nicht nur am Erfolg beim innerparteilichen Ringen. Wichtig ist auch die gesellschaftliche Unterstützung aus der jeweiligen Region. Allzu oft machen die Oberbayern deutlich, dass sie sich für den Nabel Bayerns halten. Wer dies nicht beachtet, dem schlägt in der Tat "Löwengebrüll aus dem bayerischen Voralpenland und den Bergen" entgegen, wie es Rupprecht formuliert. Es ist an der Zeit, dass sich die Oberpfälzer lautstark melden. In Berlin mag der Zug abgefahren sein, doch die Bildung des Kabinetts des neuen Ministerpräsidenten Markus Söder steht noch aus.
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A. Schmigoner aus Schmidgaden | 05.03.2018 | 22:05  
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