Kommentar zur Entlassung von Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Müller im Abseits

Politik
Regensburg
02.07.2017
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Überraschend kommt die Trennung von Kardinal Gerhard Ludwig Müller nicht. Zu oft waren die theologischen und kirchenrechtlichen Differenzen zwischen dem 69-Jährigen und Papst Franziskus offen zutage getreten. Immer wieder gab es Spekulationen, der Leiter der Glaubenskongregation werde abgesetzt. Tatsächlich wartete Franziskus einfach den Ablauf von Müllers Amtszeit ab - was manche prognostiziert hatten.

Hierzulande gilt Müller als Hardliner, in Rom dagegen als Linker, etwa wegen seiner Nähe zur Befreiungstheologie. Für Kopfschütteln sorgte er aber selbst bei jenen, die ihm wohlgesonnen sind, wegen seines Umgangs mit dem Fall Bischof Tebartz van Elst oder mit den Missbrauchsfällen.

Wenn Müller nun sagt, er wolle weiter die "Wahrheit des Evangeliums verkünden", zeigt dies, worin die Bedeutung seiner Entlassung liegt. Es geht um die Ablösung der Ära Jospeh Ratzinger. Müller geht es wie diesem um die Verteidigung des Kirchensystems. Franziskus dagegen geht an die Grenzen. Er interpretiert das Evangelium vor dem Hintergrund der Welt, nicht aus dem Blickwinkel der Tradition.

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1 Kommentar
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Stefan Kreuzeck aus Weiden in der Oberpfalz | 05.07.2017 | 13:48  
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