13.03.2017 - 16:38 Uhr
RegensburgOberpfalz

Landgericht Regensburg setzt Haftbefehl unter Auflagen außer Vollzug Tretzel aus U-Haft entlassen

In der Korruptionsaffäre um den Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) ist am Montag auch der Bauunternehmer Volker Tretzel aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Gegen Tretzel, Chef der Firma Bauteam Tretzel (BTT) seien zwei Haftbefehle unter Auflagen außer Vollzug gesetzt worden, teilte das Landgericht Regensburg am Montag mit.

Volker Tretzel. Archivbild: af
von Redaktion OnetzProfil

Tretzel wird Bestechung und Vorteilsgewährung vorgeworfen. Er soll sowohl den derzeit suspendierten Wolbergs als auch dessen Vorgänger, Hans Schaidinger (CSU), bestochen haben. Bereits vorher waren Wolbergs und ein ehemaliger Mitarbeiter Tretzels freigekommen. Damit sind alle drei Mitte Januar Verhafteten auf freiem Fuß. Das Gericht verhängte jedoch mehrere Kontaktverbote. In allen Fällen bestätigte das Landgericht, dass dringender Tatverdacht besteht und Verdunkelungsgefahr vorliegt. Angesichts der fortgeschrittenen Ermittlungen seien mildere Mittel jedoch ausreichend, hieß es in der Begründung. Die Staatsanwaltschaft hatte sich nach Angaben des Gerichts gegen die Freilassung ausgesprochen. Die Anklagebehörde kann gegen den Beschluss Rechtsmittel vor dem Oberlandesgericht Nürnberg einlegen.

Wolbergs war im Zuge der Regensburger Korruptionsaffäre am 18. Januar verhaftet worden. Darin geht es um eine Grundstücksvergabe an ein Bauunternehmen. Der 46-Jährige soll die Firma bei der Vergabe eines früheren Kasernenareals im Oktober 2014 bevorzugt haben. Im Gegenzug soll der ebenfalls beschuldigte Tretzel an die Regensburger SPD Spenden in sechsstelliger Höhe gezahlt sowie Wolbergs und ihm nahestehenden Personen geldwerte Vorteile verschafft haben.

Die Freilassung geht auf eine Haftbeschwerde Tretzels zurück. Das Beschwerdegericht entschied sich aber laut Pressemitteilung für eine Aufrechterhaltung des Haftbefehls. Werden die Auflagen nicht erfüllt, müssten die Beschuldigten mit einer erneuten Inhaftierung rechnen. Im Fall der Flucht oder eines Fluchtversuchs würde zudem seine Kaution verfallen, teilt das Gericht mit. Ob die Haftbefehle zu gegebener Zeit aufgehoben werden können, hänge vom weiteren Verlauf der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ab.

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