Leichter Anstieg in den letzten drei Monaten in der Oberpfalz
Wieder mehr Flüchtlinge

(Foto: dpa)
Politik
Regensburg
19.12.2016
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"Dies ist eine Mammutaufgabe, die wir nur gemeinsam und nur dann bewältigen können, wenn jeder seinen Beitrag leistet." Zitat: Regierungspräsident Axel Bartelt

In der Regensburger Erstaufnahmeeinrichtung sind in den letzten drei Monaten wieder mehr Neuzugänge von Flüchtlingen registriert worden. Wie die Regierung der Oberpfalz am Montag mitteilte, wurden im August noch 83 Personen gezählt. Im September waren es bereits 172, im Oktober 232, im November und in der ersten Dezemberhälfte jeweils 263. Regensburg ist derzeit für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Eritrea, Mali und dem Irak zuständig.

Ein Grund für die Zunahme ist laut Regierung die Schließung der Münchner Bayernkaserne und die damit verbundene bayernweite Umverteilung der Flüchtlinge auf alle Regierungsbezirke. Auch das "Relocation Programm" der EU, das darauf abzielt, dass Asylbewerber aus den Erstaufnahmeländern Italien und Griechenland auf verschiedene Länder in der EU weiter verteilt werden, führte dazu, dass in den letzten Monaten bereits mehr als 150 eritreische Asylbewerber in die Oberpfalz kamen.

Neue Unterkünfte

Die Regierung der Oberpfalz hat laut Mitteilung deshalb die Dependance der Erstaufnahmeeinrichtung in Neutraubling (Kreis Regensburg) seit 12. Dezember wieder aktiviert. Es sei zunächst beabsichtigt, die Halle die nächsten zwölf Wochen für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. In Neutraubling seien derzeit 91 Personen aus Nigeria angekommen.

Die Regierung zeigt sich auf die wieder steigende Zahl der Flüchtlinge gut vorbereitet. In den nächsten Wochen gingen neue Gemeinschaftsunterkünfte in Nittenau, Hemau, Amberg und Regensburg ans Netz. Im Vergleich zum Winter 2015 sind die Zugangszahlen von Flüchtlingen allerdings immer noch gering. Im November 2015 wurden 2058 neue Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung registriert, im November 2016 dagegen nur 263. Auch über das Jahr verteilt wurden 2016 insgesamt mit bisher 5253 Zugängen deutlich weniger Flüchtlinge registriert als 2015 (29 011). Aktuell leben im Bezirk rund 10 000 Asylbewerber. Ende des Jahres 2015 waren es rund 11 000.

"Historische Aufgabe"

Regierungspräsident Axel Bartelt bedankte sich am Montag bei allen Helfern, die im letzten Jahr rund um das Thema Flüchtlinge und Asyl in der Oberpfalz im Einsatz waren: "Ein herzliches Vergelt's Gott allen, die im letzten Jahr mitgeholfen haben, diese historische Aufgabe solidarisch und in einem guten Miteinander zu bewältigen."

Appell an Bereitschaft

Dies gelte insbesondere den vielen Ehrenamtlichen, die hier Vorbildliches geleistet hätten. In der nächsten Zeit werde vor allem das Thema Integration durchschlagen. Bartelt: "Anerkannte Asylbewerber in Wohnungen unterzubringen, für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren, Plätze in Schulen und Kindergärten zu schaffen: Dies ist eine Mammutaufgabe, die wir nur gemeinsam und nur dann bewältigen können, wenn jeder seinen Beitrag leistet." Und es werde auch nur dann gelingen, "wenn die Menschen, die zu uns gekommen sind auch wirklich bereit sind, sich in unserer Gesellschaft zu integrieren".

Dies ist eine Mammutaufgabe, die wir nur gemeinsam und nur dann bewältigen können, wenn jeder seinen Beitrag leistet.Regierungspräsident Axel Bartelt
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