08.09.2017 - 22:14 Uhr
RegensburgOberpfalz

Martin Schulz in Regensburg auf der Dult Kandidat zwischen Karussels

Schlechte Umfragewerte dürfen einen SPD-Kanzler-Kandidaten nicht kratzen - so etwas ist man bei den Genossen gewohnt: Martin Schulz spielt im Regensburger Dult-Zelt auch mit hohem Rückstand auf Sieg.

Der Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, bei seiner Rede bei einer Wahlkampf-Veranstaltung auf der Regensburger Dult. Bild: Elisabeth Lehner
von Miriam GrafProfil

"Deutschland kann mehr leisten, wenn ein Sozialdemokrat Bundeskanzler ist", wiederholt Martin Schulz sein Mantra. Der SPD-Kanzlerkandidat rückte bei seinem einzigen Wahlkampfauftritt in der Oberpfalz am Freitag auf der Regensburger Dult die soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt: "Wir sorgen dafür, dass Deutschland nicht nur wirtschaftlich stark, sondern auch sozial gerecht ist." Trotz schlechter Werte füllte der Sozialdemokrat aus Würselen das Festzelt.

"Ich löse Merkel ab"

"Am 24. September werde ich Angela Merkel ablösen", bleibt er bei der forschen These, nachdem er durch ein Meer roter Fahnen eingezogen war. Das Publikum, darunter viele Ortsvereine aus der ganzen Oberpfalz, feierte den Kandidaten. Mit Mietpreisbremse, sicherer Rente und besseren Arbeitsbedingungen will er Deutschland fit machen für Krankenschwestern und Bauarbeiter.

Die Unionsparteien lehnten sich zurück und behaupteten, es gehe allen gut, sagte Schulz. "Die verspielen die Zukunft der nächsten Generation." Vor allem bei der Digitalisierung bestehe dringend Nachholbedarf: "Der Internetausbau hinkt hinter Chile und Mexiko her, und das Mobilfunknetz ist in Peru besser als in Deutschland."

Außenpolitisch arbeitet er sich an den bekannten Feindbildern ab: "Ein US-Präsident, der nicht gewillt oder in der Lage ist, sich von einem Mob, der mit Nazi-Fahnen und Hakenkreuzen umherzieht und Menschen umbringt, zu distanzieren, dem kann man sagen: Ihre Politik wird nie die der Bundesrepublik Deutschland werden." Zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan meint Schulz: "Misch dich nicht in den deutschen Wahlkampf ein, aber lass die Leute frei, die da bei dir im Knast sitzen."

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