Protestaktion auf Moschee-Gelände in Regensburg - "Bekennerschreiben" aufgetaucht
Holzkreuze mit Namen von Terroropfern

Auf dem von der türkisch-islamischen Gemeinde zur Verfügung gestellten Bild sind die weißen Kreuze auf dem Moschee-Grundstück zu sehen. Bild: Ditib Regensburg
Politik
Regensburg
13.02.2018
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Auf dem Baugelände der künftigen Moschee in Regensburg haben Unbekannte 26 Holzkreuze aufgestellt. Auf den Kreuzen waren die Namen der Menschen angebracht, die 2016 bei einem Terroranschlag in Brüssel getötet wurden. Das Areal habe wie ein Friedhof gewirkt, teilte der Moscheeverband Ditib am Dienstag mit.

"Wir sind entsetzt darüber, dass man den Terror von Brüssel mit der neuen Moschee in Verbindung bringt", sagte ein Ditib-Sprecher. Die türkisch-islamischen Gemeinde verurteile die Aktion als "islamfeindlichen Angriff". Diese Intoleranz der Moscheegegner vergifte die seit Jahren aufgebaute Atmosphäre des Dialogs und der Zusammenarbeit. Wer die Holzkreuze aufgestellt hat, ist laut Ditib bisher nicht bekannt. Auf Anfrage von Oberpfalz-Medien bestätigt Albert Brück vom Polizeipräsidium Oberpfalz, dass wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch ermittelt werde. Die Aktion auf dem nur zum Teil eingezäunten Gelände sei am Samstagmorgen entdeckt worden. Brück betont: "Wir sind uns der hohen Sensibilität des Themas bewusst." Wer hinter der Aktion steckt, stehe noch nicht fest, aber "es gibt eine konkrete Ermittlungsrichtung". (dpa/üd)

"Bekennnerschreiben"Die Identitäre Bewegung beanspruchte noch am am Abend die Protestaktion für sich. In einem über Facebook veröffentlichtem "Bekennerpost" heißt es: "Identitäre Aktivisten stellten deshalb 30 Holzkreuze auf dem Baugrundstück für die DITIB - Moschee auf. Auf jedem Kreuz stand ein Name von einem Opfer islamistischer Terroranschläge." Der Verfassungsschutz beobachtet die Identitäre Bewegung. Die Mitglieder grenzen sich zwar offiziell vom Nationalsozialismus ab, Experten gehen dennoch davon aus, dass Neonazis zur Gruppierung gehören. (uax)
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