Rechtsextremes Netz in der Bundeswehr
Spur führt in die Oberpfalz

Im Aufenthaltsraum, dem Bunker, des Jägerbataillons 291 der Bundeswehr in Illkirch bei Straßburg hängt eine Maschinenpistole vom Typ MP 40, die bei der Wehrmacht eingesetzt wurde. In der Kaserne war der terrorverdächtige Oberleutnant Franco A. stationiert. Bild: dpa
Politik
Regensburg
19.05.2017
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In der Bundeswehr gibt es offenbar seit Jahren ein rechtsextremes Netz. Eine Spur führt in die Oberpfalz. Gegen einen Soldaten ermittelt der MAD.

Weiden/Amberg. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) ermittelt derzeit gegen Studenten der Bundeswehr-Universität in München wegen des Verdachts des Rechtsextremismus. Hintergrund sind Verbindungen und Kontakte der Bundeswehr-Angehörigen zur rechtsextremistischen Identitären Bewegung. Eine Spur führt in diesem Zusammenhang in die Oberpfalz. Hier steht ein Soldat unter Verdacht, sich den Identitären angeschlossen zu haben. Nach Informationen unserer Zeitung hat der MAD diesen Soldaten seit Monaten im Visier. Er ist Absolvent der Bundeswehr-Universität München. Der Soldat ist unter anderem bei einschlägigen Demonstrationen beobachtet worden.

Nach dpa-Information aus Parlamentskreisen ermittelt der MAD gegen insgesamt elf Bundeswehr-Angehörige von denen einige Kontakte zur rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) und andere zur Burschenschaft Danubia in München haben sollen. Der bayerische Verfassungsschutz hat diese Studentenverbindung wegen deren Verbindungen zur rechtsextremen Szene im Visier.

Zudem geht der MAD laut dpa Hinweisen nach, dass der festgenommen terrorverdächtige Oberleutnant Franco A. und sein mutmaßlicher Komplize Maximilian T. Kontakt zu einem Studenten der in Neubiberg angesiedelten Bundeswehr-Universität hatten. Beiden wird vorgeworfen, einen Terroranschlag geplant zu haben. Wie die dpa am Freitag aus Parlamentskreisen weiter erfuhr, soll sich dieser Student am Bundeswehr-Standort Munster aufgehalten haben, als dort im Februar Schusswaffen und Munition aus einem Panzer gestohlen wurden. Es gebe Hinweise auf ein Telefonat zwischen ihm und Franco A.. Zu Maximilian T. soll der Student über ein soziales Netzwerk Kontakt gehabt haben.

Franco A. war im französischen Illkirch stationiert gewesen und hatte ein Doppelleben als «syrischer Flüchtling» geführt. Seine Festnahme löste die Ermittlungen wegen Rechtsextremismus in der Bundeswehr aus.
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Heinz Rahm aus Weigendorf | 19.05.2017 | 20:13  
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