Triathlon in Regensburg: "Challenge Family" kündigt Veranstalter Tajsich
Vertrag mit Stadt nicht mehr gültig?

Laufen die Triathleten auch im kommenden Jahr durch die Regensburger Innenstadt? Sie Sportveranstaltung steht auf der Kippe. Bild: bdl
Politik
Regensburg
14.11.2017
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Die Diskussion darüber, ob es in Regensburg im nächsten Jahr wieder eine "Challenge" geben soll, reißt nicht ab. Die CSU-Fraktion hatte kurz nach der Veranstaltung im August bei der Stadt angefragt, ob ein Ausstieg aus dem Vertrag mit der Firma Purendure, die die "Challenge" veranstaltet, möglich sei. Rechtsreferent Wolfgang Schörnig sieht keine Möglichkeit, den Vertrag, der noch bis 2020 läuft, zu beenden.

Auch am Donnerstag wird das Thema im Sportausschuss wieder diskutiert. Inzwischen hat sich die Situation verändert. Die Challenge-Family hat Veranstalter Tom Tajsich gekündigt. Er darf seinen Triathlon nicht mehr unter dem Markennamen "Challenge" veranstalten.

Die CSU-Fraktion hatte in erster Linie die hohen Zuschüsse kritisiert, die die Stadt für das Sportevent bezahlt. Sie liegen bei jährlich 275 000 Euro. Die Teilnehmerzahlen lägen dafür weit hinter den Erwartungen zurück. Rechtsreferent Wolfgang Schörnig hatte die Anfrage der CSU dahingehend beantwortet, dass der Vertrag ohne Mitwirkung des Rechtsamtes, sondern nur im Beisein des damaligen Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs und des Sportreferenten geschlossen wurde. Deshalb will die CSU eventuell auch die Staatsanwaltschaft einschalten, um zu prüfen, ob eine Dienstpflichtverletzung des Oberbürgermeisters vorliegt.

Der Fraktionsvorsitzende der CSU, Josef Zimmermann, sagte auf Anfrage, in den Antrag seiner Fraktion, der am kommenden Donnerstag im Sportausschuss diskutiert werden soll, würden noch einmal Änderungen eingebracht. Bisher habe Rechtsreferent Schörnig argumentiert, die Pflichten des Veranstalters seien im Vertrag nicht hinreichend definiert. Deshalb könne der Vertrag auch wegen einer Pflichtverletzung nicht gekündigt werden.

Eine Verpflichtung sei aber klar formuliert, so Zimmermann: Der Triathlon soll unter der Dachmarke "Challenge" abgehalten werden. Damit sei der Vertrag obsolet. Im Stadtrat gebe es zudem keine Rückendeckung für andere Veranstaltungsformen. Veranstalter Tom Tajsich spreche davon, eine Mitteldistanz anzubieten.

Das sei so nicht vereinbart. Außerdem müsse auch die Mittelstrecken-Veranstaltung unter der Dachmarke "Challenge" stattfinden. "Wir werden noch vehementer verlangen, diesen Wahnsinn endlich zu beenden", sagte Zimmermann. Tajsich äußerte sich am Sonntag zur Kündigung durch die "Challenge Family". Er sehe diese als unwirksam an, da die genannten Gründe nicht zutreffend seien. "Das Rennen wird im August 2018 als Langdistanz stattfinden."

Die Stadt, sagte Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra, werde den Vertrag neu prüfen. Die Bevölkerung hat die "Challenge" im August zum Teil als große Belastung empfunden. Viele Straßen waren den ganzen Tag gesperrt.
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