24.03.2017 - 15:24 Uhr
RegensburgSport

10.000 Zuschauer unterstützen Jahn Regensburg bei der Aktion „Klassenerhalt eintüten“: Osnabrück will Revanche

Der SSV Jahn (4./43 Punkte) kann am Samstag, 14 Uhr, gegen den VfL Osnabrück (6./42) sein erstes Saisonziel verwirklichen: die 45-Punkte-Grenze zu überschreiten und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, den Klassenerhalt einzutüten: „Natürlich wissen wir, bei 15 Punkten Abstand zu den Abstiegsplätzen und zehn verbleibenden Spielen wird das schwer für diese Mannschaften, uns einzuholen“, fordert Regensburgs Trainer Heiko Herrlich den fehlenden Dreier.

Jahn-Trainer Heiko Herrlich im Disput mit dem Schiedsrichter beim Hinspiel in Osnabrück. Bild: Göpel
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Fast täglich veröffentlichte der Verein diese Woche die Wasserstandsmeldungen zu den verkauften Tickets. Aktueller Zuschauerstand: knapp vor der Rekordkulisse von 8.742 in der Drittliga-Saison. „Anhand der Vorverkaufszahlen spricht alles für eine fünfstellige Zahl“, sagt Pressesprecher Martin Koch und Heiko Herrlich ergänzt: „Wir freuen uns auf jedes Heimspiel, die Unterstützung war immer super bis überragend.“ Den Lohn fahre man allerdings erst dann ein, wenn man sich vor toller Kulisse mit drei Punkten belohne.

Über 1000 Gäste Fans

Aber auch die Unterstützung der Gäste ist nicht von schlechten Eltern: Den VfL begleitet ein komplett ausgebuchter Sonderzug mit rund 1000 Auswärtsfahrern der VfL-Fanabteilung und der Violet Crew nach Regensburg. Darüber hinaus rechnet Osnabrück mit vielen weiteren Fans, die individuell in die Oberpfalz reisen. „Nach der 1:2 Heimniederlage im Hinspiel wollen die Lila-Weißen in Bayern Wiedergutmachung“, vermeldet die Presseabteilung der Niedersachsen. Mit sechs von möglichen neun Zählern in der englischen Woche haben beide Mannschaften eine solide Ausgangsposition für das Spitzenspiel um Platz 3 geschaffen.
Der SSV blieb stur auf Pokalkurs-Platz 4 sitzen. Der VfL schob sich nach dem Heimsieg gegen Chemnitz an den Sachsen vorbei auf Rang sechs mit nur zwei Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz – der wahrscheinliche Punktabzug des VfR Aalen noch gar nicht eingepreist. Dennoch möchte Joe Enochs, Osnabrücks US-Boy auf der Trainerbank, noch nicht laut über einen Aufstieg nachdenken. Zu tief sitzt die Verunsicherung nach der Talsohle mit nur einem Dreier aus sieben Partien in den letzten sechs Wochen: „Wir haben so viel auf die Schnauze bekommen und von daher schauen wir nur von Spiel zu Spiel.“

Enochs: „Viel besser auftreten als gegen Chemnitz“

„Gott sei Dank ist der Verein ruhig geblieben“, bedankt sich Enochs bei den Verantwortlichen, „wir haben sachlich, fachlich weitergearbeitet.“ Für das Spiel in Regensburg fordert der 45-Jährige: „Wenn wir dort etwas mitnehmen wollen, müssen wir viel besser auftreten und sehr, sehr, sehr kompakt stehen.“ Schon nach
der verdienten 1:2-Heimschlappe gegen die Oberpfälzer zollte Enochs großen Respekt: „Es ist zwar ein Aufsteiger, aber man sieht auch an Würzburg aus der letzten Saison, wie schnell das gehen kann.“

Dennoch will der Fußballlehrer zumindest den 1-Punkte-Abstand nicht anwachsen lassen: „Wir wollen einen Punkt mitnehmen“, gibt er sein Mindestziel aus. „Regensburg ist eine sehr gute Mannschaft. Sie haben mit Thommy und George zwei starke Außenspieler, spielen außerdem gute Konter, die wir unterbinden müssen.“ Man müsse einfache Fehler im Ballbesitz vermeiden. „Auch bei Standardsituationen sind sie sehr gefährlich“, hat Enochss die Ausnahme der Regel beobachtet. „Sie sind dann fast mit allen Feldspielern am gegnerischen Strafraum und gehen dabei ein hohes Risiko“, erläutert er die kühne These.

Herrlich: VfL mit „guter Breiten- und Tiefenstaffelung“

Jahn Trainer Heiko Herrlich erwartet seinerseits mit Osnabrück „einen Gegner, der sehr spielstark ist, der ein sehr gutes Positionsspiel, eine sehr gute Breiten- und Tiefenstaffelung hat, wo’s sehr schwer ist, das zu verteidigen – die hier herkommen werden, einen Punkt hinter uns stehen, die Niederlage vom Hinspiel wettmachen und drei Punkte holen werden wollen.“ Der VfL sei die meiste Zeit auf dem zweiten oder dritten Tabellenplatz gestanden. Der Anspruch sei, in die Zweite Liga zurückzukehren. „Sie hatten einen Durchhänger nach der Winterpause, haben sich wieder gefangen, haben neues Selbstbewusstsein getankt.“

Herrlich warnt vor der starken Offensive um Kwasi Wriedt: „Zehn Tore, ich erinnere nur ans Hinspiel, ein unheimlich schneller, konterstarker Spieler.“ Gerade Regensburgs typisches Spiel, hoch zu verteidigen, vorne zu versuchen, schnell ins Gegenpressing zu kommen, laufe da Gefahr. „Er ist zwar nicht ganz so gut wie Aubameyang, aber er ist unheimlich schnell – kurz vor Schluss hatte er noch eine riesige Chance, wo Pentke super hält.“ Das müsse man gut verteidigen. Mit der bestmöglichen Form habe man dennoch gute Chancen.

Ohne Goalgetter Marco Grüttner

Bis auf Marco Grüttner, der Gelb-gesperrt ist, kann der Trainer aus dem Vollen schöpfen: Andi Geipl hat seine Gelbsperre abgesessen, Uwe Hesse und Marcel Hofrath haben sich von ihren muskulären Problemen erholt. Das bedeute: Geipl zurück im Mittelfeld, Marvin Knoll eine Position dahinter. „Wir haben dieses Jahr schon einige Ausfälle kompensieren müssen, ich habe mich nie beklagt.“ Beispiel Al Odabas: „Der hat sich in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zugezogen und sich wieder gesund gearbeitet. Er war wie auf Abruf in Paderborn da und hat ein sehr gutes Spiel gemacht.“

Das erwarte er auch von Haris Hyseni, der für Goalgetter Grüttner in die Bresche springen müsse: „Ich hab‘ da vollstes Vertrauen, dass er morgen ein gutes Spiel machen wird.“ Hyseni sei auch gegen den Ball ein Arbeiter vor dem Herrn. Nur mit Ball sei Grüttner vielleicht noch ein stärkerer Mitspieler. „Natürlich sind wir da gefordert, ihn da im Zentrum stärker in Szene zu setzen.“ On top: die Vertragsverlängerung mit Andi Geipl, ein Signal? „Denke ich absolut“, freut sich Herrlich, dass er sich entschieden hat, weiter beim Jahn zu bleiben. „Hoffentlich ein wichtiges Signal für alle anderen.“

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