21.04.2018 - 15:57 Uhr
RegensburgOberpfalz

3:1-Heimsieg gegen FC St. Pauli SSV Jahn darf weiter vom Durchmarsch träumen

Der SSV Jahn Regensburg bleibt die Überraschungsmannschaft der 2. Fußball-Bundesliga: Vor ausverkauftem Haus (15210 Zuschauer) feierten die Oberpfälzer am Samstag einen ungefährdeten 3:1-Sieg gegen den FC St. Pauli.

Joshua Mees bejubelt seinen Treffer zum 3:0.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Marco Grüttner (10.), Sargis Adamyan (20.) und Joshua Mees (48.) erzielten die Treffer für die Regensburger. Johannes Flum konnte für die abstiegsgefährdeten Gäste nur mehr verkürzen (53.). Die Hamburger gehen in dieser Verfassung ganz schwierigen Zeiten entgegen – zumal sie sich durch zwei Rote Karten auch noch selbst schwächten.

SSV-Cheftrainer Achim Beierlorzer bediente sich im Anschluss der Navi-Sprache: „Sie haben ihr Ziel erreicht. Jetzt ist der Klassenerhalt auch rechnerisch unter Dach und Fach. Das erfüllt mich mit großem Stolz.“ Sein Pendant Markus Kauczinski wählte dagegen drastische Worte: „Drei Spieltage vor Schluss sind wir am Tiefpunkt angelangt. Wir müssen jetzt den Schulterschluss mit den Fans hinbekommen, um uns noch zu retten.“ Die Kiezkicker verbleiben mit 37 Zählern auf Relegationsplatz 16. Die Regensburger hingegen bleiben in Schlagdistanz zum Aufstiegs-Relegationsplatz drei. Mit 47 Zählern rangiert der SSV nur mehr zwei Zähler hinter "Störchen" aus Kiel, die am Montag im Spitzenspiel den 1. FC Nürnberg empfangen. Mit Blick auf die restliche Spielzeit griff Beierlorzer abermals auf die Navi-Ansagen zurück: „Schauen wir mal, wo die Reise noch hingeht.“

Rippenbruch bei Pentke

Jahn-Coach Achim Beierlorzer musste bereits vor dem Anpfiff einen Rückschlag verkraften: Stamm-Keeper Philipp Pentke zog sich im Abschlusstraining einen Rippenbruch zu und fällt vermutlich für den Rest der Spielzeit aus. Für ihn hütete André Weis den Regensburger Kasten. Sebastian Stolze musste wegen muskulärer Probleme ebenso passen.

Die Begegnung gestaltete sich anfangs ausgeglichen, wobei die Heimelf spielerisch einen Hauch gefälliger kombinierte. Bereits nach zehn Minuten hatte der Jahn-Anhang erstmals Grund zum Jubeln: Eine Flanke von Jann George konnte Philipp Ziereis, der Schwarzhofener Innenverteidiger in Diensten der Kiezkicker, nur unzureichend klären. Regensburgs Top-Torjäger Marco Grüttner hämmerte den verunglückten Ziereis-Kopfball per Dropkick ins lange Eck. Keine Chance für Robin Himmelmann im Kasten der Hamburger. Für Grüttner war es bereits Saisontreffer Nummer 13. Der FC St. Pauli war um eine schnelle Antwort bemüht. Dimitrios Diamantakos hatte den Ausgleich auf dem Kopf, doch Weis wehrte den Abschluss aus kürzester Distanz mit einer Monster-Parade famos ab (13.).

Nur zehn Minuten nach dem Führungstreffer legte der SSV aber schon die zweite Bude nach. Wieder war es der agile Jann George, der von rechts ungestört flanken konnte, und im Zentrum fühlte sich niemand zuständig für Sargis Adamyan. Der armenische Nationalspieler hatte wenig Mühe, die gefühlvolle Hereingabe per Kopf zu verwerten (20.). Das ging viel zu einfach. In der Folge versuchte Pauli, ins Spiel zurückzufinden, doch die stabile Jahn-Hintermannschaft um den bärenstarken Marvin Knoll, hatte kaum Probleme, den Laden hinten dicht zu halten. Die Verunsicherung bei den Gästen war bis auf die Tribüne zu spüren. Kurz vor dem Pausenpfiff erwies Sami Allagui seiner Truppe dann noch einen Bärendienst. Völlig unnötig griff er Marco Grüttner bei einer Rudelbildung an den Hals und flog dafür mit Rot vom Platz (45.+2). 0:2 hinten, einen Mann weniger – zur Pause sprach nicht mehr viel für St. Pauli, das von einer großen Fanschar in der Oberpfalz unterstützt wurde.

Doppel-Rot für Pauli

Und gleich nach Wiederbeginn legte der SSV Jahn nach: Flügelflitzer Joshua Mees hatte 17 Meter vor dem Pauli-Gehäuse viel zu viel Platz und schlenzte den Ball zur Vorentscheidung ins lange Eck (48.). Im Gefühl des sicheren Sieges schaltete die Heimelf für einen kurzen Moment ab und kassierte prompt den Anschlusstreffer. Johannes Flum schaltete nach einer Kopfball-Verlängerung von Diamantakos am schnellsten und drückte den Ball über die Linie – nur mehr 1:3 (53.). Doch der Jahn besann sich schnell wieder auf seine spielerischen Fähigkeiten und gewann erneut die Oberhand. Ballsicher und unaufgeregt erspielten sie sich weitere Chancen, doch Adamyan (54.) und Grüttner (71.) ließen beste Gelegenheiten zum vierten und fünften Treffer liegen.

Als sich der vier Minuten zuvor eingewechselte Cenk Sahin gegen George zu einem Frustfoul hinreißen ließ – kassierten die Gäste die zweite Rote Karte (75.). Gegen nur mehr acht Feldspieler hatte Regensburg in der verbleibenden Zeit keine Mühe mehr und so blieb Zeit für große Gesten: Drei Minuten vor dem Schlusspfiff schickte Beierlorzer das Jahn-Urgestein Oliver Hein aufs Feld – nach über 400 Tagen verletzungsbedingter Pause feierte der Niederbayer sein umjubeltes Comeback.

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