3:1-Sieg gegen Darmstadt 98
SSV Jahn zieht in 2. DFB-Pokalrunde ein

Marco Grüttner (Foto: dpa)
Sport
Regensburg
12.08.2017
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Marvon Knoll (Foto: dpa)

Zum ersten Mal seit 2003 zieht der SSV Jahn Regensburg in die zweite Runde im DFB-Pokal ein. Gegen den Ligakonkurrenten SV Darmstadt 98 setzen sich die Oberpfälzer absolut verdient mit 3:1 (1:1) durch. Joker Jonas Nietfeld sorgte mit seinem Kopfballtreffer vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit für Ekstase unter den fast 9000 Fans in der Continental-Arena. Der immens fleißige Marco Grüttner vollendete mit dem Schlusspfiff einen Konter zum Endstand.

Zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer den Bundesliga-Absteiger im Griff und lange Zeit auch dominiert. Trotz international erfahrener Recken wie Hamit Altintop, Kevin Großkreutz oder Aytac Sulu blieben die Hessen weit hinter den Erwartungen zurück und verzeichneten nur eine erwähnenswerte Offensivaktion – die nutzte allerdings Ex-Hannover-Stürmer Arthur Sobiech zur überraschenden Führung der Truppe von Trainer Torsten Frings. Mit dem Halbzeitpfiff sorgte Marc Lais vom Elfmeterpunkt für den Ausgleich, nachdem Andi Geipl nach elf Minuten bereits einen Strafstoß in den Regensburger Abendhimmel gejagt hatte. Jetzt fiebert der SSV Jahn erneut der Auslosung entgegen und hofft auf ein attraktives Los in der 2. Runde des diesjährigen DFK-Pokal-Wettbewerbs.

Im ersten Durchgang war der SSV Jahn die etwas bessere Mannschaft, von Verunsicherung nach den beiden Auftaktpleiten in der Liga gegen Bielefeld und Nürnberg war nichts zu spüren. Deswegen schickte Beierlorzer auch genau die gleiche Elf ins Rennen wie eine Woche zuvor gegen den Club. Wobei die Gäste weit hinter den Erwartungen zurückblieben und maßlos enttäuschten. Aber wie es im Fußball eben so oft kommt, genügte den Darmstädtern genau eine gefällig vorgetragene Aktion, um überraschend in Führung zu gehen. Nach 41 Minuten tankte sich der Ex-Nürnberger Tobias Kempe über die linke Seite durch, brachte die Kugel scharf ins Zentrum, wo der bundesligaerprobte Polen-Stürmer Arthur Sobiech nur mehr den Fuß hinhalten brauchte. Erster Schuss aufs Regensburger Gehäuse, 1:0 in Front: Die Elf von Trainer Torsten Frings bestach durch Effizienz pur.

Lais vom Punkt

Doch noch vor dem Pausentee schlugen die Oberpfälzer zurück. Der quirlige Neuzugang Sargis Adamyan wäre frei durch gewesen, doch Darmstadts Innenverteidiger Jensen zog derart lang am Trikot des Jahn-Stürmers, dass Schiedsrichter Martin Pedersen gar keine andere Wahl hatte, als auf den Punkt zu zeigen. Mit dem Pausenpfiff glich Marc Lais mit einem souverän verwandelten Strafstoß aus. Diesen späten Lohn hatte sich Regensburg auch mehr als verdient. Bereits nach elf Minuten hatte der zweite Part der Jahn-Doppel-Sechs, Andi Geipl, den ersten Strafstoß des Spiels mit Brachialgewalt über das Darmstädter Tor gejagt. In der Folgezeit erarbeitete sich die Beierlorzer-Elf ein klares Chancenplus. Jann George (30.) und Adamyan (38.) hatten die Führung gleich doppelt auf dem Fuß. Doch beide scheiterten am besten Gästeakteur, Keeper Daniel Heuer-Fernandes, der mit starken Reflexen glänzte.

Gästetrainer Torsten Frings schien in der Kabine die passenden Worte gefunden zu haben, denn mit Wiederbeginn gestaltete sich die Begegnung ausgeglichener. Der Jahn hatte nicht mehr ganz so viele Offensivaktionen, während sich Darmstadt auch hin und wieder seines offensiven Potenzials besann. Doch zunächst drückte der SSV das Gaspedal durch und versuchte, die Gäste zu überrennen. Nachreiner setzte sich über rechts durch und seine Hereingabe nahm Neuzugang Joshua Mees mit vollem Risiko per Direktabnahme. Doch wieder war es Heuer Fernandes, der das Geschoss stark um den Pfosten lenkte (47.). Danach verflachte die Partie zusehends und beide Teams neutralisierten sich bei intensivem Mittelfeld-Geplänkel.

Ekstase pur

Erst ein direkter Freistoß von Alexander Nandzik an den Pfosten läutete eine fulminante Schlussphase ein (70.). Angetrieben vom euphorisierten Publikum drängte die Heimelf auf die Entscheidung in der regulären Spielzeit. Nach mehreren knappen Situationen war es in der 86. Minute so weit: Der eingewechselte Hoffmann brachte eine Ecke nach innen, dort setzte sich Grüttner gegen Kamavuaka durch, sein Kopfball sprang von der Latte zurück und Nietfeld verwertete den Abpraller per Kopf-Bogenlampe. Der Rest war Jubel und Emotionen pur. Darmstadt warf in der Schluss-Sequenz alles nach vorne, doch mit einem Konter, den Grüttner überlegt vollstreckte, machte der Jahn endgültig den Deckel drauf.

Statistik

SSV Jahn Regensburg: Pentke – Nachreiner, Sörensen, Knoll (21. Gimber), Nandzik – Geipl, Lais (76. Hoffmann) – George, Mees – Grüttner, Adamyan (80. Nietfeld)

SV Darmstadt 98: Heuer Fernandes – Sulu, von Haacke (84. Lacazette), Kempe, Steinhöfer, Großkreutz, Sobiech (68. McLaren), Jensen, Gaines (56. Bezjak), Altintop, Kamavuaka

Tore: 0:1 (41.) Arthur Sobiech, 1:1 (45.+1/Foulelfmeter) Marc Lais, 2:1 (86.) Jonas Nietfeld, 3:1 (90.+3) Marco Grüttner - SR: Martin Pedersen - Zuschauer: 8990

Und die anderen bayerischen Vereine?

Bereits am Nachmittag erledigte der FC Bayern München seine Pflichtaufgabe in der ersten Pokalrunde souverän. Beim sächsischen Drittligisten Chemnitzer FC setzte sich der Deutsche Meister klar mit 5:0 durch. Robert Lewandowski (2), Kingsley Coman, Franck Ribéry und Mats Hummels trafen beim lockeren Aufgalopp in die neue Serie.

Beendet ist die Pokal-Saison dagegen bereits für die SpVgg Unterhaching. Der Drittliga-Aufsteiger scheiterte sang- und klanglos am Zweitliga-Vertreter 1. FC Heidenheim. 0:4 hieß es nach 90 Minuten im heimischen Sportpark vor den Toren Münchens. Unter den Torschützen für den FCH: Kolja Pusch. Der Aufstiegsheld des SSV Jahn Regensburg markierte den letzten Treffer zum Endstand.
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