11.03.2017 - 19:33 Uhr
RegensburgSport

Jahn Regensburg führt in Köln bis zur 96. mit 2:0 Oh, Fortuna: 2:2 in der 99. Minute

Wenn der Jahn etwas überhaupt nicht kann, dann ist es ein 2:0 gegen Köln zu halten: Legendär die hochverdiente 2:0-Führung gegen den Fortuna-Rivalen FC im Abstiegskampf der 2. Liga. Dann ging Regensburg die Puste aus, am Ende stand es 2:3 und der Jahn stieg letztendlich ab. Ganz so schlimm kommt’s heute nicht. Dennoch: Nach einem ungefährdeten 2:0-Vorsprung verletzt sich der eben eingewechselte Markus Ziereis schwer – wird minutenlang behandelt. Die Gäste komplett von der Rolle. Zwei Ecken reichen Köln zum Ausgleich.

von Jürgen Herda Kontakt Profil

Oh Fortuna, du Glückgöttin, da hat sich Köln mal die richtige ausgesucht. Die Dramaturgie ist große antike Tragödie: Marco Grüttner, der eiskalte Vollstrecker beider Jahn-Treffer (44./76.), lässt sich beim Wechsel feiern. Für ihn trottet Markus Ziereis, Torheld der Regionalliga-Saison, aufs Feld. Die Hoffnung: Nach seiner langen Verletzung arbeitet er sich ans Hauptfeld heran, kann mit einem dritten Treffer vielleicht Selbstbewusstsein tanken.

Kölner Sportsgeist

Nur eine Minute später wälzt sich der 24-Jährige nach Kopfballduell am Boden. Fortuna-Trainer Uwe Koschinat vermutet zuerst ein Schauspiel aus dem Komödienfach, drischt erzürnt den Ball Richtung Tribüne. Doch als die Sanitäter auf den Platz eilen, ist allen klar: Das ist was Ernstes. Minutenlang wird die schwere Ellbogenverletzung des Rodingers behandelt, man sieht nur hin und wieder seine Füße zucken. Als er mit der Trage abtransportiert wird, klatschen sogar die Kölner aufmunternd Applaus – was für eine Geste bei 0:2 gegen die eigene Mannschaft!

Doch der SSV ist anschließend völlig desorientiert. Köln gibt Vollgas, Jahn-Keeper Philipp Pentke rettet zunächst glänzend – doch innerhalb von drei Minuten ist der Vorsprung verspielt. Jetzt nur nicht die Wiederholung der Schmach gegen die Geißböcke! Nein, im Gegenteil, in der 100. Minute bekommt Jann George noch die große Konterchance serviert – und vergibt. Ade, Platz 3, bonjour, Boden der Realität. Aber immerhin: Noch ist der gut gepolstert. Platz 4 berechtigt zur Teilnahme an der DFB-Pokal-Hauptrunde und die Sportfreunde aus Lotte auf der 3 sind punktgleich (vor ihrem letzten Nachholspiel).

Herrlich: „Um Anschlusstreffer gebettelt“

„Beim Hinspiel habe ich bei der Pressekonferenz gesagt“, vergleicht Jahn Trainer Heiko Herrlich die zwei Stimmungslagen, „dass sich das späte Unentschieden wie ein Sieg anfühlt – heute fühlt es sich wie eine Niederlage an nach dem Spielverlauf.“ Seine Mannschaft habe zurecht 2:0 geführt, mehr fürs Spiel getan, phasenweise dominiert. Fortuna sei durch Konter gefährlich geblieben, habe meist gut verteidigt und wenig zugelassen. „Wenn mir vorm Spiel einer gesagt hätte, dass wir heute einen Punkt holen, hätte ich sofort eingeschlagen“, sagt Herrlich, „weil ich Fortuna Köln als sehr starke Mannschaft sehe.“

Vor dem 1:2 habe sich schon angedeutet, dass der Käse noch nicht gekaut sei. „Wir haben da mehr oder weniger um den Anschlusstreffer gebettelt.“ Die Verletzungspause habe seiner Mannschaft geschadet: „Wir haben danach keine Spannung mehr aufbauen können und die letzten Minuten nicht mehr hinten rausgespielt, sondern uns die beiden Ecken verdient – und die Standardsituationen nicht gut verteidigt.“ Und so gehe so ein Spiel eben 2:2 aus.

Koschinat: „Tragische Situation“

„Natürlich will ich zuallererst dem Spieler beste Wünsche mitgeben, der sich schwer verletzt hat“, erweist sich Fortunen-Coach Uwe Koschinat als vollendeter Sportsmann. „Ich hoffe das geht glimpflich aus.“ Eine geradezu tragische Situation sei das gewesen. „Es war vielleicht sogar für uns die entscheidende Situation, weil ich durch diese lange Unterbrechung zum einen noch einmal die Möglichkeit hatte, Einfluss auf die Mannschaft zu nehmen und sie ein Stück weit anzutreiben, zum zweiten beim Gegner ein Stück weit Spannung abgefallen ist.“

Regensburg habe er als sehr kompakt, sehr spielstark wahrgenommen, mit viel Selbstbewusstsein und individueller Qualität – auch einer sehr klaren Idee. „Was wir heute nicht geschafft haben, ist die vorhandene körperliche Dominanz gewinnbringend auf den Platz zu bringen – Gott sei Dank hat es dann in der Nachspielzeit funktioniert, wo wir aus zwei Standardsituationen zumindest diese Domäne, die wir haben, die Lufthoheit, nutzen konnten.“ Bei seiner Mannschaft habe er Defizite gesehen, bei der Zweikampfführung, der Konsequenz bei Kontern. „Auf der anderen Seite hoffe ich sehr, dass wir einen moralischen Punkt sichern konnten.“ Die Ergebnisse auf den anderen Plätzen seien da hilfreich.

Geheimauftrag für Marcel Hofrath

Heiko Herrlich hat’s wieder einmal spannend gemacht. Wie sein Kollege Koschinat muss er ein großes Lazarett kompensieren. Laut dachte er deshalb über Uwe Hesse als inzwischen vierte Alternative zu Oli Hein auf der rechten Abwehrseite nach. Heimlich still und leise schickt er aber Marcel Hofrath auf dessen Position. Da die Fortunen zu Hause als Rothosen mit weißen Trikots auftreten, muss sich der SSV Jahn in Nachtblau kleiden.

Schon früh kristallisiert sich Cauly Oliveira Souza als Schlüsselspieler der Kölner heraus. Die 10 der Fortunen schickt Johannes Rahn an Nachreiner vorbei, Flanke auf Höhe des Sechzehners, Pentke pflückt sich die Kugel (4.). Cédric Mimbala blockt Grüttners ersten Schussversuch (5.). Oliveira Souza bedient Christopher Theisen – der zurückgeeilte Thommy schnappt sich das vor dem Strafraum querlegte Leder. Und schon wieder ist der quirlige Oliveira Souza Richtung Jahn-Tor unterwegs, Nachreiner stört nachhaltig (7.).

Grüttners Fallrückzieher

Die Jahn-Ecken-Spiele sind wieder eröffnet, Erik Thommy mit dem ersten Versuch, Grüttner steigt fischeresk hoch und fallrückziehert das Ding knapp vorbei (10.). Auch das kann mal schief gehen: Lais mit der Bogenlampe vom Elfmeterpunkt – Fortuna-Keeper Tim Boss lenkt diese schöne Spielidee über die Latte (11.). Gefahr vor dem anderen Kasten: Pass genau durch Knoll und Nachreiner hindurch, aber Pentke hat mitgedacht und ist vor Theisen am Ball (14.).

Schon früh heute der obligatorische Nandzik-Fernschuss: Der Blick in die Weite bleibt ihm erspart, weil ein Gegenspieler im Weg steht (14.). André Luge läuft wie zuletzt gegen Lotte auf sechs Zylindern links an zwei rheinischen Zweitaktern vorbei, doch dann steht ein Kölner Bulldog im Weg (16). Marcel Hofrath bewährt sich von Beginn an als Hein-Ersatz mit Offensivdrang und provoziert Hamdi Dahmani zum Foul. Und auch Erik Thommy ist ganz der Alte – mit quirligem Sturm und Drang über links – nur, dass ihm kurz vorm Strafraum der Ball ein wenig verspringt und zwei Kölner dazwischenspritzen (17.).

Luft nach oben

Dagegen bleibet bei den Thommy-Freistößen weiter Luft nach oben: Die Flanke aus 40 Metern landet auf einem Kölner Kopp. Gute Idee von Andi Geipl, der Thommy in Schussposition freispielt, der Hammer aus 25 Metern geht aber nach jwd (19.). Auch Marc Lais beteiligt sich munter am Löcherreißen im gegnerischen Abwehrverbund – bevor aber George die Weiterleitung in Empfang nehmen kann, ist Kusi Kwame zur Stelle (20.).

Auf der anderen Seite kann Alex Nandzik Ex-Regensburgs Technikstar Selcuk Alibaz an der Regensburger Grundlinie den Rang ablaufen (22.). Uiiiii, schallt es durch das Südstadion: Der bisher beste Distanzschuss der Kölner streicht nur fuchzig Zentimeter an Pentkes Kasten vorbei. Der Jahn muss aufpassen und die Konzentration hochhalten: Fehlpass in der eigenen Hälfte, Dahmani kommt neben Basti Nachreiner zum Schuss und verfehlt nur knapp (24.).

Drangperiode der Hausherren

Kleine Drangperiode der Hausherren: Alibaz bedient Dahmani im Strafraum, Alex Nandzik schmeißt seine ganzen 64 Kilogramm in die Waagschale und verhindert Schlimmeres (26.). Oliveira Souza bekommen sie nicht wirklich in den Griff: Mit Leichtigkeit versetzt er Geipl, läuft eine Schleife in den 16er, sieht sich abermals mit Regensburgs 8 konfrontiert, tunnelt den Oberbayern und lässt das Außennetz rauschen (27.).

Auch mal eine Lösung: Luge geht im Laufduell mit Uaferro die Puste aus und rempelt ergo den Mosambikaner im Sprint ins Aus (31.). Umgekehrt lässt Thommy Sportsfreund Kwame aus Ghana beim Eckfähnchen alt aussehen, flankt flach vors Tor – doch die dort postierten Kölner tun ihm nicht den Gefallen, vor Schreck selbst einzulochen (34.). Und auch auf Vorlage Grüttners auf der rechten Außenbahn bekommt Thommy die Flanke nicht auf einen Regensburger Schädel justiert (36.).

Grüttners erster Streich

Grüttner verteidigt den Jahn-Strafraum zwar nicht am Hindukusch, aber gegen Uaferro schon in der Nähe des Elfmeterpunktes (39.). Gefährliche Flanke des Ex-Regensburgers, der nach der erfolgreichen Relegation gegen Karlsruhe kurioserweise zum Absteiger KSC in die 3. Liga gewechselt war: Alibaz schlägt das Leder Richtung langer Pfosten, Luge kommt zwei Kölnern zuvor (41.). Und wenn du denkst, das wird nichts mehr … Thommy läuft sich zunächst noch im Kölner Gewühl fest, bindet dann Geipl mit ein, dessen Schuss aus 20 Metern kleben bleibt – allerdings bei Grüttner, der hat aus allernächster Nähe so was von kein Problem, 1:0 (43.).

Auf der anderen Seite will Köln vor der Pause noch was erzwingen, Jahn-Zerberus Pentke ist mit den Fäusten zur Stelle. Die dralle Ecke fällt einem perplexen Kölner vor die Füße, ein Regensburger knallt die Kugel aus der Hochsicherheitszone (46.). Im direkten Gegenzug bekommt George am linken Strafraumeck einen Sahnepass serviert, kann aber den rausgestürzten Boss nicht überwinden – und natürlich bringt auch die letzte Ecke vor dem Halbzeitpfiff nichts ein (47.).

Köln im Griff

Es steht zu vermuten, dass sich Köln mit diesem Ergebnis nicht abfinden möchte. Angriff über Alibaz und Dahmani gestoppt: Hofrath erfüllt seine Mission auf der rechten Abwehrseite mit Bravour (48). Nandzik rast auf seiner Seite und erzwingt die erste Ecke post dimidium temporis. Immerhin sorgt diese für Verwirrung, den Rückstoß bekommt Geipl am 16er-Zonenrand vor die Flinte und jagt die Kugel ins Nirwana (49.). Jetzt sind wieder die Frohnaturen an der Reihe: Dahmani flankt auf Rahn, Nachreiners Birne kommt dem zuvor (50.). Alibaz versucht Pentke mit einem Aufsetzer zu narren, der packt narrensicher zu (52.).

Das war wichtig: Kwame mit mächtigem Antritt Richtung Strafraum, Geipl grätscht dazwischen, und Nachreiner beseitigt die letzten Zweifel (52.). Hofrath vermasselt – wohl ein neuer Auftrag Herrlichs beim Pausensnack – Oliveira Souzas Aufbauspiel schon in der Kölner Hälfte (53.). Typisch Thommy: Der Leihschwabe marschiert beherzt übers Halbfeld, schickt Andrè Luge an der rechten Linie entlang, dessen Flanke generiert die nächste Ecke – wieder ohne Befund (55.).

Erste Kölner Druckwelle überstanden

Knoll verursacht einen Freistoß am Sechszehner, Alibaz führt aus – nur Ecke, die er ebenfalls selbst tritt: Am langen Pfosten lauert ein Kölner, Luge klärt in letzter Sekunde (58.). Die erste Kölner Druckwelle ist überstanden, Köln wechselt ausgerechnet seine Leistungsträger. Der Alt-Regensburger Alibaz sowie Olivera Souza weichen für Michael Kessel und Lars Bender (nein, kein Schwippschwager).

Das alles ändert freilich nichts an der Harmlosigkeit der Regensburger Ecken: Erst bringt Thommy die Flanke von der Fahne auf einen Kölner Verteidiger, dann versucht sich Nandzik vergeblich an der zweiten Gelegenheit (61.). UnverHoft kommt oft: Hofrath wählt ein Mittelding zwischen Schuss und Flanke und touchiert das Tordach (62.).

Hyseni hofft auf Wunder-Wiederholung

Zum ersten Mal strahlt der neue Bender Gefahr aus: Nandzik lässt ihn aus 15 Metern gewähren, Pentke umfasst das Rund (70.). Dessen Pendant Boss im Fortuna-Tor zeigt eine schöne Flugeinlage, nachdem Thommy Engelmann passiert, zur Mitte zieht und den spiegelverkehrten Robben markiert (71.). André Luge wälzt sich mit Krampf am Boden, die Zuschauer sind nicht amüsiert – Haris Hyseni wartet auf seinen großen Moment. Kann er das Wunder „der 93. Minute“ vom Hinspiel wiederholen?

Und gleich zwei Gründe zum Aufregen für den Neuen – erst ärgert er sich über Schiri Arne Aarnik, der das Zuspiel von Thommy im Aus gesehen hat. Dann hat er die Mordsgelegenheit nach Zuspiel von Hofrath. Den muss er machen, wenn er ernsthaft in die erste Garnitur passen will. Dafür zeigt Marco Grüttner, wo der Bartl den Most holt: Regensburgs Goalgetter überspielt sein Gegenüber mit der Hacke und netzt aus elf Metern cool zum 0:2 ein (76.) – fairerweise auch Kompliment für Hyseni, der einige Abwehrspieler bindet.

Ziereis nach einer Minute schwer verletzt

Grüttner klärt im eigenen Strafraum, Engelmann kommt dennoch an die Kugel, zielt aber drüber (78.). Aufpassen, das ist die Chance der Kölner zum Anschluss, Theisen allein vor Pentke, der wehrt in Handballmanier ab (80.). Nochmal schleicht sich Theisen in den 16er, Schlenzer Richtung Winkel, den er deutlich verfehlt (82.). Marco Grüttner holt sich die Ovationen der Regensburger Zuschauer ab und lässt Markus Ziereis die Chance, wieder zum Kader aufzuschließen (83.).

Das ist aber jetzt nicht wahr: Eine Minute nach der Einwechslung, liegt Ziereis nach Kopfballduell auf dem Boden, hält sich den Arm, Sanitäter laufen aufs Feld. Fortuna-Trainer Koschinat drischt den Ball auf die Tribüne – er vermutet wohl ein böses Schauspiel des Jahn-Stürmers (85.). Die Zuschauer bleiben allerdings erstaunlich gelassen, offensichtlich begreifen sie den Ernst der Lage. Seit vier Minuten wird er jetzt behandelt, Uwe Hesse steht als Ersatzersatz bereit (88.). Die Fans skandieren „Markus Ziereis“, um den Pechvogel etwas zu trösten. Heiko Herrlich sieht jetzt auch noch nach dem Rechten – Chapeau, auch die Kölner Fans klatschen für den Mann auf der Bahre, der Stadionsprecher wünscht gute Besserung.

Köln dreht das Spiel in drei Minuten

Köln hat sich noch nicht aufgegeben: Erst rettet Pentke brillant gegen Rahn, der im Strafraum frei abziehen kann. Doch dann kommen die Fortunen doch noch mal ran: Theisen steigt am Höchsten und köpft die Ecke wuchtig zum 1:2 unters rechte Lattenkreuz (94.). Noch ein Freistoß aus 25 Metern für Köln, der Jahn muss noch einige Minuten zittern. Regensburg scheint nach der Verletzung aus dem Konzept. Dahmani läuft an, Pentke hebt das Ding über die Latte (95.) – unglaublich, die Umkehrung des Spiels von Regensburg, wieder ist es eine Ecke, Markus Pazurek köpft in der 99. Minute das 2:2.

War’s das oder kommt’s jetzt noch ganz dicke? Nein, sogar eine Riesenchance für Jann George ist noch im Paket inbegriffen – da wär’s halt schön, wenn auch die Nummer 9 einmal in einer entscheidenden Situation die Kaltschnäuzigkeit Grüttners hätte. Pustekuchen, nach 100 Minuten ist das Spiel vorbei, der SSV verspielt in den letzten drei Minuten einen komfortablem 2:0-Vorsprung. Klar, die Verletzung von Markus Ziereis hat die Spieler geschockt, aber wenn man weiterträumen möchte, darf man sich solche Aussetzer nicht leisten.

Noch fünf Punkte zum Saisonziel

Sicher kein guter Tag für den SSV: zwei verschenkte Punkte und ein weiterer Schwerverletzter fürs Jahn-Lazarett. Wo bleibt da das Positive? Gar nicht so weit weg, wie man nach dem ersten Wutanfall vermuten möchte: Der Aufsteiger ist nunmehr seit neun Spieltagen ungeschlagen, rangiert auf dem DFB-Pokal-Berechtigungsplatz und hält Tuchfühlung zum punktgleichen Tabellendritten – und auch die Aufstiegshelden von 2011 haben sich lange im Windschatten des Führungstrios auf den Schlussspurt vorbereitet.

40 Punkte nach 26 Spieltagen – nur noch 5 Punkte vom Saisonziel entfernt, für die man 12 Anläufe zur Verfügung hat. Da kann man nicht meckern. Und bereits am Mittwoch, 19 Uhr, kann der SSV Jahn zu Hause gegen den FSV Zwickau (16./30) mehr als die Hälfte der noch fehlenden Punkte einfahren. Und die bittere 0:4-Hinspielklatsche ausbügeln. Sofern das Köln-Spiel nicht erneut eine Wende auslöst – diesmal zur abschüssigen Seite hin.

In eigener Sache: Mitschuldeingeständnis

Eine Mitschuld am späten Ausgleich kann auch der Autor nicht abstreiten. Wer je Luciano de Crescenzos „Also sprach Bellavista“ gelesen hat – wichtiger Literaturtipp für Heiko Herrlich als Ergänzung zu Michael Endes „Momo“ – der weiß, dass in Neapel immer ein Tor für den SSC fiel, wenn ein gewisser Großvater auf die Toilette geschickt wurde.

Nun, es geht hier nicht um allzu menschliche Bedürfnisse. Aber was auch gar nicht geht, ist, die Überschrift vor Ende des Spiels zu notieren – quasi: Herausforderung des Schicksals. Es war das erste und das letzte Mal. Eine Schnapsidee, die sich ins Hirn drängte. Und so hätte sie gelautet: SSV Jahn nicht zu stoppen – Regensburg als Martin Schulz der Dritten Liga. Solche Kalauer rächen sich bitter. Zeitgleich gesteht auch ein gewisser Marcus Baumann in Stuttgart eine Mitverantwortung ein: Er hat in der 103. Minute einen Blick auf die Tabelle geworfen.

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