13.04.2017 - 17:40 Uhr
RegensburgSport

Jahn Regensburg kann gegen Bremen seine Top-4-Position festigen Herrlich fordert Herrenmannschaft gegen Werder-Bubis

Das Glück des SSV Jahn entscheidet sich nicht in den Spitzenspielen – gegen die großen Namen der Liga geben sich die Regensburger keine Blöße: ein 1:1 mit zehn Mann bei Tabellenführer MSV Duisburg, ein 2:1-Auswärtssieg mit zehn Mann beim Zweiten Magdeburg. Da kann man nicht meckern. Die Achillesferse des Aufsteigers bleiben die U23-Teams: Gegen Bremen II muss sich Trainer Heiko Herrlich auf einen ähnlichen Fight einstellen wie beim Aufstiegskrimi gegen Wolfsburg II.

Philipp Pentke (2. von links), Feierbiest von Magdeburg, fehlt vorausslichtlich am Samstag mit Magen-Darm-Virus. Bild: Sascha Janne
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Was haben die Oberpfälzer (5./50 Punkte) mit der Talentschmiede des SV Werder Bremen (17./37) gemeinsam? Nicht viel auf den ersten Blick, aber immerhin, auch die Norddeutschen mussten ihr 0:0 gegen Chemnitz mit zehn Mann verteidigen – Werder-Profi Yatabaré flog nach einer Tätlichkeit genauso mit glatt Rot vom Platz (62.) wie Andi Geipl nach seiner offenen Sohle im Magdeburger Mittelfeld.
Bremens Trainer Florian Kohfeld gelingt es so immerhin mit einer ausgesprochen defensiven Taktik gepaart mit schnellen Kontern den Abstand seiner Jungs auf die Zweitliga-Absteiger Paderborn (18./33) und FSV Frankfurt (19./32) konstant zu halten.

Keine Liga-2-Shirts

Was ist da los in den Kabinen? Marschieren die euphorisierten Jahn-Fighter schon mit Liga-2-Shirts auf? Da muss der Trainer lachen. Davon habe er jedenfalls noch nicht mitbekommen. „Ich denke, dass wir eine Richtung vorgeben.“ Und die Richtung zeigt auf Bremen uns sonst gar nichts: „Da haben wir im Hinspiel keine gute Leistung abgeliefert, und das hat mich einfach geärgert.“

Man habe schon genügend Punkte liegen lassen, auch gegen schlagbare Gegner. „Die Erwartungshaltung ist da, dass wir das Spiel gewinnen“, das sei anders als in Magdeburg, wo es psychologisch leichter gewesen sei „alles rauszuhauen und sein Bestes zu geben“.

Bitte keine Oster-Parabeln

Bitte keine fürchterlichen Oster-Parabeln auspacken, wie: „Legt uns Werder Bremen 2 wieder ein faules Ei ins Nest?“ Oder gar: „Schafft der Jahn am Osterwochenende die Grundlagen für die Wiederauferstehung in der Zweiten Liga?“ Denn wir wissen ja zu gut: „Wir konzentrieren uns eigentlich alle nur auf das Bremen-Spiel“, muss da der Jahn-Trainer pflichtschuldig antworten.

„Ich denke, dass wir damals mit unserer Leistung nicht ans Maximum gekommen sind“, erinnert er, „wir sind kurz vorm Ende durch einen Elfmeter, den Markus Ziereis herausgeholt hat, nochmal ins Spiel zurückgekommen.“ Am Ende habe man das Spiel hergeschenkt: „Da haben wir noch was gutzumachen.“ Die Hürde bezeichnet Herrlich als „riesengroß, ähnlich wie gegen Mainz“, das knappe 2:1 vor zehn Tagen. „Jetzt ist unser nächstes Ziel, die 27 Punkte, die wir geschafft haben in der Hinrunde, zu toppen.“

Die mit wenig Gegentoren werden die Ersten sein

Der Experte bleibt dabei: „Ich denke, dass am Schluss die vorne stehen, die die wenigsten Gegentore bekommen haben, da gehören wir jetzt nicht dazu.“ Nicht die Abwehr möchte er damit kritisieren: „Das ist eine Sache der ganzen Mannschaft, du verteidigst ja nicht nur gemeinsam und wenn du vorne viele Tore machst, ist das ja nicht nur eine Sache von guten Stürmern, sondern dann hast du von hinten einen super Spielaufbau.“

„Wir müssen konzentriert von Anfang an zu Werke gehen“, verrät Jahn-Trainer Heiko Herrlich die Herangehensweise, um die peinliche 1:3-Scharte aus dem Hinspiel auszuwetzen, „wir müssen das Spiel so angehen wie gegen Mainz, dass wir die Herrenmannschaft sind, die Erwachsenenmannschaft, so auch auftreten – Bremen wird ähnlich spielen wie in Erfurt, wo sie einen Punkt mitgenommen haben, in Führung gegangen sind.“

Fünferkette der Bremer

Sehr tief seien die Bremer im Thüringer Wald gestanden, eher mit einer Fünferkette: „Nach Balleroberung haben sie mit allem, was ging, gekontert – da müssen wir halt schnell nach Ballverlust ins Gegenpressing kommen, die Reihen schließen, um wenig zuzulassen.“ Das sei die Regensburger Achillesferse, „da müssen wir schauen, dass die nicht verwundet wird“.
Auch das noch: Keeper Philipp Pentke liegt mit Magen-Darm-Grippe flach, „da ist die Chance eher gering, dass er am Samstag spielt“, macht Herrlich wenig Hoffnung. „Basti Lerch wartet auf seine Chance, hält im Training immer gut und wenn er zweite Mannschaft gespielt hat, hat er es immer ordentlich gemacht.“ Bei Marc Lais bestehe leise Hoffnung, dass er im Kader steht – nach Geipls drei-Spiele-Sperre Priorität A. Marcel Hofrath komme wieder dazu: „Dann können wir Bene Saller wieder ins Mittelfeld und Marcel als Linksfuß auf die rechte Außenverteidigerposition stellen.“

Ohne AG-PP-Gerüst eine harte Nuss

Dennoch, aufgrund der Verletztensituation werde das Spiel eine harte Nuss. Ein schweres Handicap sei am Samstag, dass erstmals das entscheidende Gerüst mit Andi Geipl und Philipp Pentke ausfalle: „Diese Spieler haben bisher eine überragende Leistung gebracht.“ Aber dafür sei man eben ein Team, „dass, wenn irgendwo geschwächelt wird, ein anderer dafür eintritt“. Das habe man oft genug gezeigt: „Ob es dann für einen Sieg reicht oder nur einen Punkt, oder ob der Gegner besser war, das werden wir sehen.“
Man werde versuchen 100 Prozent zu geben: „Daran messe ich die Mannschaft.“ Aber wenn der Gegner besser sei, ziehe er den Hut. „Angst ist da nicht angebracht“, erinnert Herrlich an die wirklich schwierigen Situationen im Leben. „Angst bekommt man, wenn man im Krankenhaus liegt und eine falsche Diagnose bekommt.“

Charakter-Typen stecken nie auf

Mut mache mit Blick auf Magdeburg vielmehr, dass seine Charakter-Typen nie aufsteckten. „Das macht die Mannschaft gut“, auch wenn das von einer Profimannschaft erwartet werden dürfe: „Das ist ja nicht wie bei den Kleinsten, die am Boden liegenbleiben und mit den Fäusten trommeln.“ Weniger fein: die zwei roten Karten in jüngster Zeit. Da müsse man aber differenzieren: „Wir versuchen immer mit wenig Fouls auszukommen.“
Aber es gebe natürlich Situationen, in denen man um ein taktisches Foul nicht herumkomme, etwa wenn man sich vorher einen Stellungsfehler geleistet habe. Grobe Fouls könne er ohnehin nicht ausstehen, aber: „Ich sehe das Foul von Marcel Hofrath nicht als Rote Karte.“ Wenn man sich Woche für Woche die Spiele in der Bundesliga anschaue, gebe es da oft gar nichts dafür: „Da hätte es auch ein Einwurf für den Gegner getan.“

Geipls Foul: „Keine Absicht“

Das Foul von Andi Geipl habe in den Fernsehbildern schlimm ausgeschaut. „Er ist ein aggressiver Spieler, aber er würde niemals so ein Foul begehen, wo er ein Gesundheitsrisiko beim Gegenspieler eingeht, da kenne ich ihn jetzt nahe genug.“ Geipl habe Herrlich direkt nach dem Spiel versichert, er habe nichts gesehen.
„Wenn Sie sich die Fernsehbilder anschauen, er kann den Spieler gar nicht sehen, er versucht zum Ball zu gehen und trifft ihn genau am Knie.“ Der Schiedsrichter müsse das trotzdem als ein fahrlässiges, grobes Foulspiel bewerten: „Er hat zurecht die Rote Karte gegeben, aber es war keine Absicht dabei.“

Aktion: Mitglieds Freund zahl die Hälfte

Mit rund 5000 Zuschauern rechnet Jahn-Pressesprecher Martin Koch am Samstag: Keine schlechte Kulisse gegen den Tabellen-17., aber angesichts der steil angestiegenen Leistungskurve des Aufsteigers dürften es auch noch mehr sein. Um die Reihen zu schließen, hilft der Verein etwas nach: Jedes Mitglied kann sich im Vorverkauf (Fan- und Onlineshop) zusätzlich zu seiner eigenen Tageskarte eine Freundschaftskarte sichern (halber Preis im Vergleich zur Vollzahler-Karte).

Die Buchung ist auch nur in Kombination mit dem Kauf einer ermäßigten Karte (Eintrittskarte des Mitglieds) möglich. Jeder Dauerkarteninhaber kann zusätzlich zu seinem Dauerkartenplatz eine Freundschaftskarte (halber Preis im Vergleich zur Vollzahlerkarte) erwerben.

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