25.08.2017 - 19:21 Uhr
RegensburgSport

Jahn Regensburg will Negativserie gegen Holstein Kiel beenden Das Aufsteiger-Duell

Die Szene blieb haften: Nach dem 4:2 in Ingolstadt drückte der große Achim Beierlorzer Trainerkollegen Maik Walpurgis tröstend an die Brust. „Es ist schon sehr schnelllebig unser Geschäft“, sagt der Jahn-Trainer nach dessen Entlassung nachdenklich. Im Aufsteigerduell gegen Holstein Kiel ist freilich kein Trainer gefährdet.

Das wollen die Jahn-Fans heute nicht sehen: Blauer Rauch steigt auf in der Gästekurve nach dem 3:0 in der vergangenen Saison. Bild: Herda
von Jürgen Herda Kontakt Profil

So richtig warm sind die Oberpfälzer mit den Gästen aus dem hohen Norden selten geworden. In den vergangenen vier Aufeinandertreffen lieferte Jahn Regensburg jedesmal brav alle drei Punkte ab. Dennoch zählt für Kiels Trainer Markus Anfang kein Gestern: „Der Sieg aus der vergangenen Saison spielt heute keine Rolle mehr.“ Die Situation sei eine andere. „Für beide eine neue Liga, beide haben die letzten beiden Spiele - im DFB-Pokal und in der Liga – gewonnen.“ Man habe nach dem Trainerwechsel den Systemwechsel und die aktuelle Mannschaft analysiert: „Und darauf stellen wir uns ein.“

Viermal in Folge Pleitegeier gegen Störche

Gerade die wenig schmeichelhafte jüngere Historie ist dem Jahn-Trainer Wasser auf die Mühlen: „Insofern ist die Mannschaft sehr, sehr motiviert, wieder den eigenen Fußball zu spielen mit großer Mentalität, mit geschlossener Mannschaftsleistung.“ Ein Spiel auf Augenhöhe prophezeit Beierlorzer gegen Kiels „gewachsene Mannschaft mit hervorragenden Einzelspielern“ wie Dominick Drexler, Kicker-Spieler des Tages am vergangenen Wochenende, oder Marvin Ducksch.

„Ich denke, dass Kiel schon auch ein bisschen vorgewarnt ist, aufgrund der Spiele, die wir gemacht haben.“ Der Erlanger Fußballlehrer vermutet, dass die Störche aus einer kompakten Abwehr agieren, um ihr gefährliches Umschaltspiel abzuspulen. „Wir müssen gut ins Gegenpressing kommen, einen sicheren und klaren Spielaufbau haben, damit wir mit möglichst wenig Fehlern unterwegs sind.“

Wo ist Knoll gegen Kiel gut aufgehoben?

Bei der Pressekonferenz konnte Beierlorzer gut gelaunt verkünden: „Sehr gut sieht‘s mit dem Personal aus“, er könne aus dem Vollen schöpfen. Die Rückkehr von Abwehrchef Marvin Knoll dürfte als sicher gelten, auch wenn Beierlorzer die Entscheidung, wer dann weichen muss nicht leicht fällt. Die Innenverteidigung habe einen guten Job gemacht, auch das Mittelfeld: „Welche Optionen haben wir insgesamt mit unserem Kader?“, fragt er sich und das Trainerteam, wo Knoll gegen Kiel am besten aufgehoben sei.

Überhaupt stellt sich nach dem zweiten Sieg in Folge die Frage, ob Veränderungsbedarf besteht: „Auf diesem Niveau müssen wir schauen, welche Mannschaft passt zu Kiel am besten?“, erklärt er. Gesetzt dürfte jedenfalls Sargis Adamyan sein, dessen starke Leistungen dem Trainer der armenischen Nationalmannschaft nicht verborgen blieben: „Er hat eine sensationelle Entwicklung genommen“, findet auch Beierlorzer, „er ist immer einer derjenigen, der vorne für Unruhe sorgt.“ Besonders freut den Jahn-Trainer auch, dass seine Joker häufig stechen: Schön sei, dass die frischen Spieler immer für Akzente sorgten – ob Albion Verenezi mit einer Vorlage oder Jonas Nietfeld mit seinem Treffer: „Weil die Jungs gut sind.“

Vorfreude auf zweite Pokal-Hauptrunde

„Siege sind immer wichtig für die Motivation“, weiß der Rangnick-Schüler. Ein besseres Mittel gebe es nicht. „Dass wir das Spiel in Ingolstadt gedreht haben, dass die Mannschaft keinen Zweifel gehabt hat“, sei eine weitere Bestätigung. So könne man sich auch nach der Länderspielpause auf das Pokalspiel gegen Heidenheim auf Augenhöhe freuen. Auch wenn noch immer gelte: „Ich habe das schon mal erwähnt, dass wir in dieser Zweiten Bundesliga immer der Underdog sind.“

Heidenheim sei so eine gewachsene Mannschaft, die schon so lange in der Zweiten Liga sei, da sei die Tabelle nur eine Momentaufnahme. „Mir war‘s unheimlich wichtig, dass wir in dieser englischen Woche ein Heimspiel haben, dass wir nicht reisen müssen, ist gut.“

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