31.03.2017 - 13:40 Uhr
RegensburgSport

Jahn Regensburgs will Revanche für Slapstick-Tor-Heimniederlage : DFB-Topspiel bei Spitzenreiter Duisburg

Der Tabellenführer hat angerichtet: Sonnige 19 Grad und rund 12.000 Zuschauer hat sich der MSV Duisburg (1./53 Punkte) für Samstag 14 Uhr gegen Jahn Regensburg (6./43) bestellt. Beim „Hinspiel“ hatten sich die ebenbürtigen Oberpfälzer noch selbst geschlagen, als MSV-Stürmer Stanislav Iljutcenko in der 81. Minute Keeper Philipp Pentke den Ball zum 1:2 durch die Finger köpfte.

Im Hinspiel haderten die Regensburger mit zwei vermeidbaren Gegentreffern. Bild: Herda
von Jürgen Herda Kontakt Profil

„Sie sind eine starke Mannschaft und haben die beste Offensive der Liga“, lobt MSV-Trainer Ilia Gruev den Gegner aus Regensburg. „Heiko Herrlich schätze ich sehr, er macht dort einen sehr guten Job. Für uns wird es eine sehr interessante Aufgabe, ihre gute Offensive zu stoppen.“ Herrlichs Team habe den Zebras schon im Hinspiel einiges abverlangt. „Ich wäre natürlich sehr glücklich, wenn wir das dritte Spiel in Folge gewinnen“, setzt Gruev auf Sieg. „Dafür werden wir alles geben. Außerdem wäre es sehr wichtig, wenn wir erfolgreich in die Englische Woche starten.“
Der entscheidende Joker vom Hinspiel, Stanislav Iljutcenko, macht sich mehr Sorgen um die Duisburger Abwehr, denn um seinen Job: „Wir sollten uns nicht wieder zwei Gegentreffer einfangen wie bei den beiden vergangenen Spielen.“ Das Ziel sei es, die drei Punkte einzufahren und weiter Gas zu geben. „Ein 1:0-Sieg wäre für uns auch in Ordnung. Aber wir freuen uns natürlich, dass alle drei Stürmer in den vergangenen beiden Spielen getroffen haben.“ Die Stimmung im Team sei stimmig: „Jeder freut sich für den anderen. Das ist bei uns Stürmern und im gesamten Team so.“

Leistungsjoker für Vertragspoker

Die Niederlage gegen den VfL Osnabrück (3./45) hätten die Regensburger sachlich aufgearbeitet: „Ich denke, wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt“, findet SSV-Coach Heiko Herrlich. „Ich habe wahrgenommen, dass die Leute klatschend gestanden sind und uns so in die Halbzeit begleitet haben.“ In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft es nicht mehr geschafft, Druck aufzubauen, ja nicht einmal für Entlastung zu sorgen. „Das hat auch damit zu tun, dass wir viele Spieler in der Anfangsformation hatten, die nicht im Rhythmus waren – wo nach 50, 60 Minuten der Akku leer war.“

Dann seien noch die zwei Verletzungen dazugekommen: „Wir haben das bisher immer kompensiert, das wird dieses Mal das Gleiche sein.“ Immer, wenn bisher jemand gebraucht worden sei, sei er da gewesen: „Ich denke zu Beispiel an Ali Odabas, der in Paderborn ein super Spiel gemacht hat.“ Morgen werde er das wieder zeigen. Um den Konkurrenzkampf in der Mannschaft ist dem Coach trotz der Ausfälle nicht bange: „Wir stehen mit einigen Spielern in Verhandlungen, wenn man in Duisburg ein gutes Spiel macht, kann das ein Vorteil für den Spieler sein.“

Wer oder was gewinnt Meisterschaften?

„Duisburg hat die beste Abwehr“, nimmt der Jahn-Trainer die ewige Fußball-Weisheit ins Visier, dass die Abwehr Meisterschaften gewinnt, „hat am wenigsten Gegentreffer bekommen.“ Bei allen Spielen, die er sich angeguckt habe, sei der MSV sehr kompakt, sehr stabil gestanden. „Sie schauen, dass sie aus der Kompaktheit das Pressing eröffnen. Wenn sie unter Druck geraten, halten sie die Abstände ein, bleiben kompakt, dadurch lassen sie relativ wenig zu.“

Nach Balleroberung seien die Zebras brandgefährlich: „Sie spielen oft schnell den tiefen Ball auf ihre Stürmer Brandstetter, Iljutcenko, Onuegbo.“ Da gelte es nach Ballverlust rasch die Reihen, die Schnittstellen zu schließen. „Wir müssen schauen, dass wir schnell ins Gegenpressing kommen oder einfach eine tiefere Verteidigungshöhe wählen, um stabil zu stehen und wenig zuzulassen.“

Auch MSV verwundbar

Nach vorne werde es schwierig, sich Chancen zu erspielen. „Aber die letzten Spiele beiden Spiele – vier Gegentore – haben gezeigt, dass sie verwundbar sind.“ Auch wenn der MSV diese beiden Spiele dennoch gewonnen habe, hätte der Spitzenreiter zuvor eine kleine Durststrecke mit zwei Niederlagen und zwei Unentschieden durchlaufen. „Da habe ich Hoffnung, dass wir da eine Kerbe reindrücken und etwas mitnehmen können“, sieht Herrlich auch positive Vorzeichen.

Der Kader freilich stelle sich von allein auf: Marc Lais hat Probleme am Sehnenansatz, er solle sich zwei, drei Wochen schonen. „Waschtl“ Nachreiner, wie es in der Mannheimer Lesart klingt, plage eine leichte Reizung am Knie, könne am Samstag nicht spielen – wahrscheinlich erst wieder in Magdeburg. Markus Palionis fährt als eiserne Reserve mit – er sei noch nicht in bester Verfassung, könne aber für ein paar Minuten den Kopf hinhalten.

WDR-Live-Konferenz und BR-Livestream

Für den verletzten Lais gebe es zweieinhalb Optionen: Benedikt Saller, Kolja Pusch eine Position zurück oder Marvin Knoll einen Schritt nach vorne – was aber in der Konsequenz die eher unwahrscheinliche Dreierkette beim Spitzenreiter bedeuten würde. „Es gibt sicherlich Varianten, aber Geipl und Saller ist eine gute Kombination, von der ich mir eine gewisse Stabilität erwarte.“

Der Jahn-Tross fährt am Freitagmittag ab und sollte ohne große Verzögerungen um 19 Uhr an der Ruhrmündung ankommen – geplant ist dann nach dem Abendessen noch der Kinoabend mit Videoanalyse aus Brehms Tierleben, sprich: Zebra gucken. Das DFB-Topspiel der 3. Liga wird ab 14 Uhr in der WDR-Livekonferenz und im BR-Livestreamübertragen.

 

 

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