21.08.2017 - 21:44 Uhr
RegensburgSport

Jahns neues Goldköpfchen Jann George Der Mann, der fast alles kann

Von Josef Maier

Marc Lais gratuliert Jann George (Mitte) zu einem seiner Kopfballtore. Bild: Sven Hoppe/dpa
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Regensburg. Seine bisherigen Arbeitgeber waren schon eine richtige Hausnummer im bayerischen Fußball - glücklich wurde er nicht. Jetzt hat Jann George auf seiner Tour durch den Freistaat mit dem SSV Jahn Regensburg wohl die richtige Station gefunden. Am Sonntag beim 4:2-Sieg in Ingolstadt zeigte dies der 25-Jährige mit US-amerikanischen Wurzeln eindrucksvoll. "Ich bin mit meiner Leistung ganz zufrieden", sagte der Stürmer zunächst, um sich dann dich entlocken zu lassen. "Das war schon eines meiner besten Spiele beim Jahn." Und das nicht nur wegen seiner beiden Kopfballtore, die selbst den Torschützen überraschten. "Ich bin ja nur 1,76 Meter groß."

Viel mehr Freiräume

Aber Größe zeigt sich nicht nur in Zentimetern. George wirbelte auf rechts und nutzte die Freiräume. "Die Zweikämpfe in der zweiten Liga sind natürlich intensiver", erklärte er, "aber ich habe gemerkt, man hat auch viel mehr Freiräume." Und die nutzte George gewaltig, mit seinem wuchtigen Körper donnerte er rechts rauf und runter. Es gab aber Zeiten, da war der zum Zuschauen verurteilt. Beim 1. FC Nürnberg II wurde er, der beim Club alle Jugendmannschaften durchlief, Ende 2012 suspendiert. Es folgte ein kurzes Intermezzo bei den Münchener "Löwen", aber auch da kam er nicht zurecht und der Vertrag wurde aufgelöst. Es folgte im Sommer 2013 der Wechsel zu Greuther Fürth, wo er auch ein Zweitligaspiel absolvierte. Im Juli 2015 kam er nach Regensburg. Der Jahn war gerade ganz unten gelandet - in der Regionalliga. Und so begannen quasi zwei "Angeschlagene" ihren Weg nach oben. "Jann war schon in der vergangenen Saison in der Vorrunde der dritten Liga unser bester Scorer", blick Sportchef Christian Keller zurück. "Über den Winter hatte er dann keine Form, aber er ist einer unserer wichtigsten Spieler." Keller imponiert vor allem dies: "Jann arbeitet als Offensivspieler extrem gut gegen den Ball. Das machen nicht viele." George ist sich für die Defensivarbeit nicht zu schade. Und jetzt trifft er auch noch per Kopf. Eigentlich ist er der Mann, der alles kann.

"Ein lockerer Typ"

Beliebt in der Mannschaft ist er ohnehin. "Er ist ein lockerer Typ, mit dem man viel Spaß haben kann", beschreibt Sargis Adamyan seinen Mitspieler. Sebastian Nachreiner kennt George jetzt zwei Jahre und war am Sonntag schwer beeindruckt, wie er schmunzelnd sagte: "Also , wie er die zwei Tore gemacht hat, das hat mich schon erstaunt." George selbst war aber dann doch nicht ganz zufrieden. "Naja, meine Flanken, da ist ja nicht jede an den Mann gekommen." Okay, dann ist Jann George eben der Mann, der fast alles kann.

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