09.06.2017 - 20:38 Uhr
RegensburgSport

Kommentar zum Wechsel von Heiko Herrlich Kein Platz für Romantik

Von Fabian Leeb

Heiko Herrlich
von Fabian Leeb Kontakt Profil
Kommentar

Statt Schmetterlingen im Bauch setzte es für Jahn-Geschäftsführer Christian Keller und viele Jahn-Anhänger einen Schlag in die Magengrube. Und dann schwärmt Heiko Herrlich bei seiner Vorstellung als neuer Trainer in Leverkusen auch noch von seinem Ex. "Ich habe die Aufgabe in Regensburg geliebt." Doch für Romantik ist kein Platz im knallharten Milliarden-Geschäft Fußball. So erlag Herrlich den Avancen eines gewieften Manager-Fuchses wie Rudi Völler, der selbst unter Druck steht - nach zwei Fehlbesetzungen auf der Trainerbank. Rein sportlich gibt es an Herrlichs Entscheidung nichts zu deuteln. Dass die Leverkusener Lockrufe bis in die fußballerische Provinz nach Regensburg durchdrangen, darf der SSV als Ritterschlag verbuchen.

So geht es für den doppelten Aufstiegstrainer auf der Überholspur von der 4. in die 1. Liga - in weniger als zwei Jahren. Schneller kann das nur Domenico Tedesco, der neue Schalke-Trainer - aber der ist ja auch jünger als der 45-jährige Herrlich. Und wie geht es beim Jahn weiter? Keller hat keinen Plan B, den er mal eben aus dem Hut zaubert. Er ärgert sich über seine eigene Blauäugigkeit, Herrlichs mündliche Zusage "Ja, wir machen auch in Liga zwei so weiter" nicht längst schriftlich fixiert zu haben. Holt er Markus Weinzierl zurück? Den eben geschassten Schalke-Coach, der mit dem Jahn 2012 in die zweite Liga aufgestiegen war? "Nein, nein", hält selbst Keller dieses Szenario für zu unrealistisch. Stimmt, das wäre dann auch viel zu viel Fußball-Romantik.

fabian.leeb[at]oberpfalzmedien[dot]de

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