14.05.2017 - 22:32 Uhr
RegensburgSport

Regensburg gewinnt irres Spiel gegen Chemnitz spät mit 3:2: Jahn-Traum lebt weiter

Tausende Fans in Lederhosen pilgerten am Samstag in Richtung der Regensburger Continental-Arena. Der sportliche Höhenflug des SSV Jahn Regensburg sowie die Mai-Dult sorgten für einen Zuschauer-Rekord: 12 113 restlos begeisterte Anhänger - mit Ausnahme der etwa 900 Gästefans - brauchten ihr Kommen nicht bereuen. Nach dem späten und auf verrückte Art und Weise zustande gekommenen 3:2-Sieg gegen den Chemnitzer FC liegt der Oberpfälzer Drittligist auf dem dritten Platz.

von Fabian Leeb Kontakt Profil

Noch 90 Minuten bei Preußen Münster trennen die Elf von Heiko Herrlich von Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga. Benedikt Saller (33.) und Kolja Pusch (75.) hatten den SSV mit 2:0 in Führung geschossen. Mit einem Doppelschlag binnen 60 Sekunden stellten die Chemnitzer Danny Breitfelder (84.) und Tom Baumgart (85.) "den Spielverlauf auf den Kopf", wie es Herrlich im Anschluss formulierte. Doch sinnbildlich für die Regensburger Bilderbuch-Saison hielten sie in den letzten Zügen der Partie noch eine Antwort parat. Marc Lais war es vorbehalten, eine scharfe Hereingabe gegen die Laufrichtung des Chemnitzer Torhüters Kevin Kunz ins Netz zu lenken. Da alle im Stadion vom Magdeburger Punktverlust wussten, herrschte Ekstase pur.

Nur einer blieb auch in diesem emotionalen Moment völlig ruhig und besonnen. "Ich habe den Jungs gerade in der Kabine gesagt, dass es überhaupt keinen Grund gibt abzuheben", sagte ein gewohnt nüchtern analysierender Heiko Herrlich. Der SSV müsse sich jetzt gut erholen und weiter bescheiden bleiben. Eine kleine Kampfansage gab es aber doch noch vom Jahn-Coach: "Wenn man vor dem letzten Spieltag auf dem dritten Platz liegt, will man den natürlich verteidigen." Torschütze Kolja Pusch erinnerte an die Aufstiegsspiele vergangene Saison gegen den VfL Wolfsburg II: "Wer das erlebt hat, will so etwas unbedingt noch einmal genießen. Dafür geben wir alles."

Und Kapitän Markus Palionis, der gegen Chemnitz nach neunmonatiger Verletzungspause erstmals wieder 90 Minuten auf dem Platz stand, hat auch schon einen Wunschgegner für eventuelle Relegationsspiele: "1860 wäre absolut geil." Es wäre zwar nicht der FC Bayern, aber immerhin könnten die Regensburger dann einem anderen Münchener Verein die Lederhosen ausziehen.

 

 

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