14.03.2017 - 16:44 Uhr
RegensburgSport

Regensburg will gegen FSV Zwickau 0:4-Blamage auswetzen: Jahn empfängt Tabellenführer der Rückrunde

Das Hinspiel war völlig verzwickt und zugeballert: Mit kompromissloser Härte brachten die Sachsen Jahn Regensburg total aus dem Konzept. Zum Schluss standen die Oberpfälzer nur noch mit zehn Mann am Platz – und nach der schlechtesten Performance der Saison mit leeren Händen und einer 0:4-Blamage. Die Revanche am Mittwoch, 19 Uhr, möchte FSV-Trainer Torsten Ziegner den Regensburgern erneut mit „gesunder Zweikampfhärte“ vermiesen.

Kolja Pusch (rechts) will sich endlich wieder in die Startelf beißen: Verbissenen Kampf erwartet Jahn-Trainer Heiko Herrlich auch im Rückspiel gegen den FSV Zwickau. Bild: Sascha Janne
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Der FSV Zwickau ist vor Jahn Regensburg die erfolgreichste Mannschaft der Rückrunde. Standen die Sachsen in der Winterpause noch mit vier Zählern Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz am vorletzten Platz, haben sie sich mit 16 Punkten aus den ersten sieben Rückrundenspielen ins defensive Mittelfeld hochgearbeitet. Nach drei Siegen in Serie möchten die Zwickauer beim Mitaufsteiger ihren positiven Trend fortsetzen.
„Ähnlich wie beim 1:0-Heimsieg am Sonntag gegen Chemnitz treffen wir wieder auf einen sehr spielstarken Gegner“, sagt FSV-Trainer Torsten Ziegner. „Wir wollen mit einer gesunden Zweikampfhärte den Regensburgern die Lust am Fußballspielen nehmen und vorne unsere Chancen nutzen.“ Änderungen gegenüber dem Chemnitz-Spiel seien möglich. „Das ist davon abhängig, wie müde der eine oder andere Spieler ist. Die Aufholjagd in den vergangenen Wochen hat doch einiges an Kraft gekostet“, sagt Ziegner.

Herrlich: „Richtige Abreibung“

„Wir haben im Hinspiel eine richtige Abreibung bekommen“, sagt Jahn-Trainer Heiko Herrlich, „hatten eine gute erste Halbzeit mit der Großchance von Erik Thommy und haben im Gegenzug das Gegentor bekommen.“ In der zweiten Halbzeit sei man aber dann „aufgefressen worden von der körperlichen Härte, die ich morgen auch wieder erwarte“. Beeindruckend sei, wie sich Zwickau von unten herausgearbeitet hätte. „Sie sind in der Rückrunde Tabellenführer.“

Für die Wiedergutmachung muss der Jahn-Coach keine neuerlichen Hiobsbotschaften aus dem Training vermelden – die Verletzungen der vergangenen Woche inklusive der schweren Ellbogenverletzung von Markus Ziereis reichen auch vollkommen aus. „Er wird diese Saison definitiv nicht mehr spielen.“ Zurück im Training sei Kolja Pusch. Benedikt Saller habe vergangenes Wochenende in der U21 eine Halbzeit gespielt, Markus Palionis soll kommenden Samstag seinen Test beim Jahn II absolvieren. Kein Risiko möchte Herrlich bei Marcel Hofrath eingehen, und ihm so kurz nach Genesung nicht gleich alle Spiele der englischen Woche aufhalsen.

Typischer Jahn in Köln

Die Analyse des Köln-Spiels: „Das war so eine typische Leistung vom Jahn“, versucht Heiko Herrlich eine Typisierung des Regensburger Fußball-Status-quo, „mit so einer kleinen Entwicklung im Vergleich zu Lotte oder Bremen, dass du nicht verloren hast.“ Man habe das Spiel phasenweise dominiert, sich zahlreiche Torchancen erarbeitet, die man kläglich vergeben habe: „Durch Jann George, Haris Hyseni oder André Luge.“ Man hätte viel früher für ein klares Ergebnis sorgen können. Dann habe man schon vor der Verletzungsunterbrechung mehr zugelassen, den Gegner wieder ins Spiel kommen lassen.

„Und dann die zwei Standardsituationen in der Nachspielzeit, die wir bis dahin ganz gut verteidigt hatten – da sind wir nicht robust genug an den Leuten dran gehangen und haben halt so die Gegentore bekommen.“ Der Schiedsrichter habe während der Behandlung von Markus Ziereis erklärt, dass er noch sieben Minuten spielen lasse. „Da jetzt eine Ausrede zu suchen … was ich mir sicher vorwerfe, dass ich die Spieler nicht nochmal zusammengeholt habe – wie in der Verlängerung im Pokal, sie einzuschwören, nochmal alles rauszuholen.“ Er hätte der Mannschaft und ihren Führungscharakteren mehr Stabilität zugetraut. „Man lernt nie aus.“

Baustelle: Konzentration bis zur 99. Minute

Man dürfe das Glück – wie Uwe Hesses nicht gegebenes Eigentor in Aalen – nicht überstrapazieren. „Da ist unsere Baustelle, da müssen wir wieder 90 Minuten oder 95 Minuten oder 99 Minuten die Disziplin an den Tag legen, um das festzuhalten.“ Da sei ein Entwicklungsprozess, so weit sei man eben noch nicht: „Wenn wir die Punkte, die wir verschenkt haben, heute hätten, wären wir ein Stück weiter oben in der Tabelle.“

Die mannschaftliche Geschlossenheit, die absolute Härte seien die großen Stärken des FSV Zwickau. Der dreifache Torschütze des Hinspiels, Marcel Bär, sei in der Aufstellung zwar nicht berücksichtigt, aber Ronny König habe auch schon viele Tore gemacht. „Wir wollen uns aber nicht so sehr am Gegner orientieren, sondern uns auf unser eigenes Spiel konzentrieren.“

 

 

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