Schlusslicht Kaiserslautern ist Zweiter in der "Frontzeck-Tabelle"
Jahn Regensburg ist am Betzenberg nicht Favorit

Marvin Knoll (vorne Mitte) und Sebastian Stolze (vorne rechts) waren im Hinspiel die Matchwinner. Bild: Herda
Sport
Regensburg
06.04.2018
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Nach dem Cooldown durch Kaiserslauterns Ausgleich per Strafstoß legt sich Marvin Knoll die Kugel vor dem 2:1 zurecht. Bild: Herda
Kaiserslautern: Fritz-Walter-Stadion |

Der Tabellenfünfte Jahn Regensburg (40 Punkte) tritt am Sonntag, 13.30 Uhr, beim Tabellenletzten der Zweiten Liga an. Leichtes Spiel? Von wegen: in der Frontzeck-Tabelle belegt der 1. FC Kaiserslautern (28) mit 16 Punkten aus den vergangenen neun Spielen Platz 2.

Das weiß natürlich auch Jahn-Trainer Achim Beierlorzer. Was vorher die roten zu toten Teufeln erstarren ließ, könne er nicht beurteilen. „Jetzt hat es aber den Anschein, dass die Mannschaft wieder an sich glaubt, dass sie ein klares System spielt – zum Siegen verdammt, alles andere bringt ihnen nichts.“

Um wieder aus Teufels Küche heraus zu kommen, würde der als Jeff-Strasser-Ersatz über die Saison hinaus verpflichtete FCK-Coach Michael Frontzek nach dem vielversprechenden 4:1-Erfolg in Duisburg gerne mit dem Siegen weitermachen. Zwar erwarte er ein schwieriges Spiel gegen die Regensburger, die als Aufsteiger eine außergewöhnliche Saison spielten. Aber: „Das ist alles nicht einfach gewesen in den letzten Wochen, die Mannschaft hat das gut gelöst, und das wollen wir dann auch am Sonntag machen.“

Wolke 7 verlassen

In Regensburg dagegen hat man – nachdem Platz 3 zum Greifen nahe schien – nach der 1:3-Pleite zuletzt gegen Aue und nur sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz (Heidenheim) erst einmal Wolke 7 verlassen. Realist Beierlorzer verspricht den rund 1000 Regensburger Fans, die zum Teil mit Sonderzug anreisen, aber zumindest absoluten Siegeswillen: „Wir dürfen auf gar keinen Fall diese Mannschaft unterschätzen, das machen wir auch überhaupt nicht“, erklärt er, „und jetzt kommen wir mit unseren Tugenden, mit unserer Motivation, diese drei Punkte für uns verbuchen zu wollen und das können wir dort schaffen, das wissen wir.“

Schaffen müssen das die Oberpfälzer ohne den Gelb-gesperrten Kapitän Marco Grüttner und den angeschlagenen Andi Geipl. Noch gewisse Einsatzchancen sieht der Trainer für Stabilitätsgarant Sebastian Nachreiner, der trotz Kahnbeinbruchs bereits wieder mit Schiene trainiere. Wie sieht‘s eigentlich mit dem zuletzt nur sporadisch eingesetzten Matchwinner vom Hinspiel aus: „Sebastian Stolze ist mit seinen Qualitäten immer ein Kandidat für die Startelf, aber es geht um die momentane Verfassung – wir müssen auf die aktuelle Tagesform eingehen.“

Offensive Alternativen

„Marco ist unser Kapitän und bester Torschütze“, bedauert der Trainer natürlich Grüttners Zwangspause nach einer gefühlten Ewigkeit mit vier Gelben am Kerbholz , „aber wir haben in der Offensive sehr gute Alternativen.“ Die seien bekannt: „Jonas Nietfeld, Sargis Adamyan, dann haben wir auch Albion Vrenezi und Hamadi Al Ghaddioui – wir werden sehen, wer sich in den Trainingseinheiten so präsentiert, dass er in die Startelf rutscht.“ Man habe noch sechs Spiele vor der Brust, und „es ist jetzt nicht so, dass wir auf der letzten Felge unterwegs sind – ganz im Gegenteil, es sind ja alle anderen Spieler auch topfit“.

Ähnliches diagnostiziert Kaiserslauterns Chefcoach Frontzeck über seine Truppe: Nicht dabei sei der Australier Brandon Joel Borrello (fünfte Gelbe), ansonsten: alles an Bord. Darunter auch einige Kandidaten, die Kollege Beierlorzer für seine Truppe gerne mit einem Warndreieck kennzeichnen würde: „Mit Jan-Ingwer Callsen-Bracker hat der FCK nochmal einen Bundesliga-Innenverteidiger dazubekommen.“

Richtig Qualität

Außerdem: Osayamen Osawe, ein pfeilschneller nigerianischer Stürmer, und Sebastian Andersson ist ein schwedischer Nationalspieler. „Man darf die Gegner nicht nach ihrem Tabellenplatz beurteilen“, wiederholt Beierlorzer. „Kaiserslautern ist eine hervorragende Mannschaft mit richtig Qualität in ihren Reihen – sie haben in den letzten Spielen auch richtig Ergebnisse erzielt.“ Seit Frontzeck die Mannschaft übernommen habe, herrsche Klarheit in den Positionen, es sei eine funktionierende Hierarchie zu erkennen.

Angst vor der höllischen Kulisse bei bereits 21.000 verkauften Tickets? Ach wo! Da herrsche nur „Freude auf ein Topspiel“, beschreibt Jahn-Trainer Achim Beierlorzer die Stimmung vor dem Spiel. „Genauso sind wir in diese Saison gestartet, dass wir solche Highlight-Spiele wie auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern, eine absolute Traditionsmannschaft, dass wir da um Punkte spielen dürfen, das müssen wir wertschätzen.“
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