03.04.2017 - 20:43 Uhr
RegensburgSport

SSV Jahn Regensburg muss beweisen, dass er‘s nicht nur gegen Tabellenführer kann Reifeprüfung gegen Mainzelmännchen

Gegen Tabellenführer spielen, das ist leicht für den SSV Jahn. Da sind alle hellwach, wie das 1:1 mit zehn Mann bei MSV Duisburg am Samstag beweist. Doch wehe, es geht gegen die Kellerkinder: Zwei Niederlagen gegen Zwickau, Pleite in Bremen und auch in Mainz hieß es am Schluss 0:2. Am morgigen Dienstag, 19 Uhr, können die Regensburger beweisen, dass sie den Talentschuppen des Bundesligisten genauso ernst nehmen wie den mutmaßlichen Zweitliga-Aufsteiger aus dem Pott.

Verkehrte Welt: Devante James Parker, der mit seinem Elfmeter zum 2:0 für das Knock-out gesorgt hatte, tröstet Bene Saller. Bild: Sascha Janne
von Jürgen Herda Kontakt Profil

„Der Jahn steht zu Recht in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen“, findet FSV-Trainer Sandro Schwarz. „Sie fangen das als Mannschaft sehr gut auf“, lobt der Ur-Mainzer die Fähigkeit der Oberpfälzer, neun verletzte Akteure zu kompensieren. „Regensburg spielt top organisiert, mit klarer Struktur im Spielaufbau und hoher Qualität in der Offensive.“ Sowohl aus dem Ballbesitz als auch aus den Balleroberungen heraus würde Rot-Weiß das Spiel gut nach vorne tragen und mit großer Geschlossenheit verteidigen.

Seelenmassage für Mainzer Bubis

Schwarz müsse seine Jungs nach der bitteren Niederlage gegen den Chemnitzer FC erst einmal wieder aufrichten. „Wir haben mehrfach bewiesen, dass wir in der Lage sind, nach solchen Nackenschlägen zurückzukommen“, macht der Übungsleiter den Seinen Mut. „Das sind die Bilder, die wir uns ins Gedächtnis rufen auf dem Weg nach Regensburg.“ Bei zuletzt zehn Punkten aus vier Spielen liegt den jungen rheinhessischen Wilden fremdes Terrain ohnehin besser als heimischer Druck.
„Wir bewahren unsere aufrechte Haltung und gehen von der ersten Sekunde an mit höchster Aktivität gegen den Ball zu Werke“, sagt Schwarz, der im Gegensatz zu den Erfahrungen bei vielen Heimspielen nicht erwartet, „die Wand eines tiefstehenden Gegners bespielen zu müssen. „Regensburg wird nach der starken Auswärtsleistung auch zu Hause den Ton angeben wollen.“

Herrlich: „Das schwierigste Spiel“

„Wir wollen natürlich das Spiel gewinnen“, stapelt Jahn-Trainer Heiko Herrlich trotz der mäßig erfolgreichen Auftritte gegen die Mainzelmännchen keineswegs tief. „Wir spielen gegen den Tabellenletzten.“ Herrlich habe der Mannschaft nach den Lobeshymnen von Duisburg nahegelegt, sich davon nicht blenden zu lassen: „Das wird das schwierigste Spiel, eine ganz andere psychologische Situation, wenn du musst, wenn die Erwartungshaltung da ist von allen, dass du das Spiel gewinnst.“ Eine sehr junge, sehr talentierte Mannschaft mit einem „super Umschaltspiel“ warte da auf den Jahn. „Es fehlt manchmal die reife, aber sie sind besser als ihr Tabellenstand.“

Mainz II habe richtig gute Jungs, könne richtig gut Fußball spielen, befindet Herrlich: „Wenn sie einen guten Tag haben, können sie alle Mannschaften auseinandernehmen.“ Einige hätten schon Bundesliga-Einsätze vorzuweisen. Daran sollten sich seine Mannen orientieren: „Philipp Lahm, der wird viermal Deutscher Meister, dann putzt er sich den Mund ab, und will nochmal Deutscher Meister werden“, versucht sich Herrlich an einem etwas zu tief gegriffenen Vergleich – Lahm gab sich letztendlich mit sieben Schalen zufrieden. „Bei uns ist zwar der Anspruch nicht, dass wir Deutscher Meister werden, aber dass wir das Spiel gewinnen.“

Dreierkette als Option

Zwangsläufig muss der Trainer nach der Rotsperre von Marcel Hofrath wieder mal einen Nachrücker für die verflixte Position hinten rechts nominieren. „Ich möchte morgen auch nochmal zwei, drei Veränderungen wegen der Englischen Woche vornehmen, um die Belastungen zu verteilen.“ Zuletzt habe man gegen Zwickau einen Tag mehr Regeneration nicht für sich nutzen können, diesmal habe man einen Tag weniger als Mainz: „Ich hoffe, dass dies ein gutes Omen ist.“

Marc Lais und Wastl Nachreiner sind noch nicht wieder dabei. Markus Palionis durfte fünf Minuten in Duisburg die hohen Bälle verteidigen, sei auch wieder im Kader, müsse aber behutsam herangeführt werden. Hofraths Ausfall könne auch mit einer Dreierkette kompensiert werden, was nach Rückständen immer gut funktioniert habe. Bei einem Heimsieg wäre die magische 45-er Grenze dann endlich überschritten: „Das macht alles leichter,“ sagt Herrlich mit Verweis auf die Vertragsverlängerungen.

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