12,5 Jahre Haft nach tödlicher Messerstecherei
Notwehr inszeniert

Vermischtes
Regensburg
11.07.2017
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Zu zwölfeinhalb Jahren Haft hat das Landgericht Regensburg einen 48-Jährigen verurteilt, der in Straubing einen Mann erstochen hatte. Damit folgte die Kammer am Dienstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hingegen hatte Notwehr geltend gemacht und auf Freispruch für seinen Mandanten plädiert.

Nach Ansicht des Schwurgerichts hat der Angeklagte die vermeintliche Notwehr jedoch nur inszeniert. Zudem habe er sich mehrfach widersprüchlich geäußert und "große Nebelkerzen" geworfen. Die Spurenlage hingegen habe ein seit Monaten gedanklich geplantes Tötungsdelikt bestätigt. Der Frührentner hatte im vergangenen August einen 39-Jährigen im Streit in dessen eigener Wohnung mit einem Messer so schwer im Halsbereich verletzt, dass dieser später an seinen schweren Verletzungen starb.

Motiv: Beziehungsstreit

Die Lebensgefährtin des Opfers wurde Zeugin der Tat. Die Frau soll ein Verhältnis mit dem Angeklagten gehabt haben. Eine Nachbarin hatte den Streit gehört, durch die offen stehende Wohnungstüre das Opfer in einer Blutlache liegen sehen und die Polizei alarmiert.

Nach der vom Angeklagten "an Dramatik fast nicht zu überbietenden" Darstellung hätte er selbst voller Blut sein müssen, stellte das Gericht fest. Das war aber keineswegs der Fall. Auch das Taschenmesser, das der Getötete in der Hand hielt, habe der 48-Jährige nachträglich dorthin gelegt.
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