17.10.2017 - 22:12 Uhr
RegensburgOberpfalz

Autobahndirektion stellt Pläne vor A 3-Ausbau soll im April starten

Der Ausbau der A3 steht in den Startlöchern. Während der sechs Jahre dauernden Bauzeit müssen Autofahrer aber viel Geduld mitbringen.

Während der Bauarbeiten auf der A3 wird es wohl trotz der Umleitungen zu Staus kommen. Schon jetzt ist der Abschnitt rund um Regensburg ein Nadelöhr. Bild: leh
von Autor LEHProfil

Sechs Jahre wird der sechsspurige Ausbau des gut 14 Kilometer langen Abschnitts der A3 zwischen dem Autobahnkreuz Regensburg und der Anschlussstelle Rosenhof dauern. Offizieller Start ist für das kommende Frühjahr geplant. Für die ohnehin belastete Verkehrsader eine Riesenherausforderung. Am Dienstag hat der Leitende Baudirektor der Autobahndirektion Südbayern, Christian Unzner, auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Regensburg Unternehmer über den Stand der Planungen informiert.

Rote Bremslichter, stockender Verkehr, kilometerlange Staus - für 75 000 Pendler ist das tägliche Realität. Umso größer die Freude, als die Strecke den Zuschlag erhielt, auf sechs Spuren erweitert zu werden. Der Ausbau ist dringend nötig, weiß auch der Leitende Baudirektor: "Sechs Spuren sind ab einer Tagesfrequenz von 60 000 Fahrzeugen vorgesehen - in Regensburg sind wir bei 75 000." So nötig der Ausbau ist - bei Bürgern und Unternehmern wuchs in letzter Zeit immer mehr die Sorge, dass sie sich auf jahrelangen Dauerstau einstellen müssen.

Neue Bahnbrücke

"Das wird für uns alle eine Herausforderung", gibt Unzer zu. Doch er ist überzeugt davon: "Je früher wir uns auf die Bauphase einstellen, desto besser läuft es." Deshalb setzt der Baudirektor auf viel Öffentlichkeitsarbeit. Neben klassischen Infoflyern, werde es eine eigene Homepage und regelmäßige Infos über soziale Netzwerke geben. Heikelster Punkt der Baumaßnahme ist die komplette Erneuerung der Bahnbrücke Burgweinting, die 23 Bahngleise überspannt. Vier Jahre sollen allein die Arbeiten hier dauern.

Los geht es bereits im April nächsten Jahres. Dazu kommt die Erneuerung von insgesamt 16 Überführungen beziehungsweise Unterführungen. Ebenso stehen Lärmschutzmaßnahmen, umfangreiche Arbeiten am Entwässerungssystem und "naturschutzfachliche Maßnahmen" auf der Agenda. Als ob das noch nicht Herausforderung genug wäre, stellt das Großprojekt einige besondere Schwierigkeiten dar: "Wir haben zahlreiche Versorgungsleitungen, die quer zur Autobahn laufen", erklärt Unzner. Bodendenkmäler und Blindgänger seien weitere Aspekte, die den Zeitplan stark verzögern könnten. Gerade das Gebiet um Neutraubling und Burgweinting war im Zweiten Weltkrieg stark bombardiert worden. Die starke Bebauung entlang der Strecke und die rechte hohe Dichte von Ausfahrten erschwere ebenfalls die Bauarbeiten.

Kosten: 155 Millionen Euro

Obwohl die Baufreigabe des Bundesverkehrsministeriums derzeit noch nicht vorliege, habe man schon mit der Kampfmittelerkundung begonnen. Im kommenden Jahr stehe dann unter anderem der Ersatzneubau der Bahnbrücke auf dem Programm. "Übernächstes Jahr starten wir dann mit den Hauptarbeiten an der Strecke", so Unzner. Derzeit rechne man noch mit Kosten in Höhe von 155 Millionen Euro. Doch realistischerweise wird dieser Betrag steigen, weiß Unzner.

Pragmatismus herrschte am Dienstag bei der Infoveranstaltung bei der IHK in Regensburg. "Die Bauzeit wird sicher problematisch werden, aber der Ausbau ist halt überfällig", meinte der Inhaber der Spedition Schützenmeier. Seine Firma liegt direkt an der Baustelle. Bevor seine Angestellten jedoch immer zu spät kämen, werde er sich schon etwas einfallen lassen. Vor einigen Jahren hatte er bei einem ähnlichen Fall die einzelnen Fahrer mit Kleinbussen einzeln abgeholt.

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