Bayern soll ökologischen Grenzkorridor besser sichern
Scheckenfalter und Luchs sollen bleiben

BN-Chef Hubert Weiger. Bild: Gibbs
Vermischtes
Regensburg
13.12.2016
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Wo der Eiserne Vorhang über Jahrzehnte West- und Osteuropa trennte, blieb die Natur zu weiten Teilen unberührt. Bis heute zieht sich von Norwegen bis zum Schwarzen Meer ein ökologischer Lebensraumverbund, der seltenen Tieren und Pflanzen Heimat bietet. Zentraler Teil des "Grünen Bands Europa" ist der 346 Kilometer lange Abschnitt an der bayerisch-tschechischen Grenze. Der Bund Naturschutz fordert, dass Bayern beim Schutz dieser Gebiete nachbessert.

Für gefährdete Arten ist das "Grüne Band Bayern-Tschechien", das sich vom Kreis Hof über den Oberpfälzer und den Bayerischen Wald bis zur Grenze zu Österreich erstreckt, eine pulsierende Lebensader: Hier streift der Luchs durch den Wald, hier flattert der bedrohte Goldene Scheckenfalter, hier flitzt die seltene Waldbirkenmaus über den Boden.

Neben den großen Waldgebieten geben Moor- und Feuchtgebiete vielen Pflanzen und Tieren eine Heimat. Der Bund Naturschutz (BN) sieht diese wertvollen Flächen jedoch gefährdet, denn: Während auf tschechischer Seite 90 Prozent der Gebiete geschützt sind, sind es auf bayerischer Seit lediglich 30 Prozent.

"Wir fordern von der Bayerischen Staatsregierung die Ausweisung weiterer Schutzgebiete entlang des Grünen Bandes", sagte BN-Vorsitzender Hubert Weiger am Montag bei einem Pressegespräch in Regensburg. Außerdem wünscht er sich eine stärkere Unterstützung für grenzübergreifende Aktivitäten mit tschechischen Partnern im Naturschutz und in der nachhaltigen touristischen Entwicklung.

Gebiete aufgekauft

Der BN stärke das Grüne Band mit seinen eigenen Mitteln, erklärte Weiger. Im Kreis Freyung-Grafenau kauften die Naturschützer 53 Hektar Moorbereiche und Feuchtgebiete, um die ökologische Leistungsfähigkeit zu erhalten. Im Kreis Wunsiedel verfügt der BN über Feuchtflächen im Egertal, die mit tschechischen Biotopen verzahnt sind. Erfreut zeigten sich Weiger und seine Mitstreiter über die jüngste Entscheidung der EU-Kommission, die Umsetzung der Richtlinien des europäischen Schutzgebiet-Systems "Natura 2000" zu verbessern. Dazu habe eine Unterschriftenaktion mit über 500 000 Teilnehmern beigetragen. "Natura 2000" definiert Schutzgebiete und sichert sie europarechtlich.
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