09.02.2018 - 21:18 Uhr
Regensburg

Beziehung sei "Achterbahnfahrt" gewesen Schwangere getötet: Zehn Jahre Haft

Die Beziehung zwischen einer 45-Jährigen aus der Nähe von Straubing und ihrem Geliebten war ein ständiges Hin und Her: Nach zehn Monaten stach der Mann die Frau - die ein Kind von ihm erwartete - nieder. Für die tödliche Attacke muss er nun für zehn Jahre in Haft.

Der Angeklagte (rechts) wurde vom Landgericht in Regensburg wegen der tödliche Messerattacke auf seine schwangere Ex-Freundin in Kirchroth zu zehn Jahren Haft verurteilt. Bild: Armin Weigel/dpa
von Agentur DPAProfil

Sie trennten und versöhnten sich - wieder und wieder. Zehn Monaten dauerte die On-off-Beziehung zwischen einer 45 Jahre alten Frau aus Kirchroth (Kreis Straubing-Bogen) und ihrem fünf Jahre jüngeren Geliebten. Dann stach der Mann zu. Mit der Frau tötete er auch das Kind, das sie von ihm erwartete. Für diese Tat ist er am Freitag vor dem Landgericht Regensburg zu zehn Jahren Haft wegen Totschlag und Schwangerschaftsabbruch verurteilt worden. Der 40-Jährige nahm das Urteil äußerlich regungslos zur Kenntnis.

In seiner mehr als einstündigen Urteilsbegründung verglich der Vorsitzende Richter Michael Hammer die Beziehung der beiden mit einer "Achterbahnfahrt". Diese endete mit einem blutigen Gewaltausbruch. Nach Überzeugung des Gerichtes suchte der 40-Jährige seine Ex-Geliebte im September 2016 in deren Haus auf und attackierte sie dort mit mehreren Messerstichen, unter anderem in den Bauch.

Der Ehemann der Frau kam kurz darauf mit einem Bekannten nach Hause und fand sie schwer verletzt im Flur liegend. Sie wurde in einer Klinik notoperiert und starb wenige Stunden später. Das ungeborene Kind war bereits kurz nach der Attacke im Mutterleib gestorben.

Dass das Urteil nicht auf Mord, sondern auf Totschlag lautete, begründete der Richter unter anderem damit, dass sich nicht habe nachweisen lassen, dass der Angeklagte die Tötung seiner Ex-Geliebten geplant hatte. Zwar habe er ein Messer bei sich gehabt, als er zu ihr fuhr. Jedoch hätte er das auch zur Einschüchterung mitgenommen haben können - etwa um die Frau zu einem Gespräch zu zwingen.

Wohl habe bei der Tat auch Enttäuschung darüber eine Rolle gespielt, dass er für das Kind der Frau zahlen sollte, offenbar aber ohne es sehen zu dürfen. Schon aus einer früheren Beziehung hat der Mann einen Sohn, zu dem er keinen Kontakt mehr haben durfte, aber Unterhalt zahlen musste.

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