19.03.2017 - 22:28 Uhr
RegensburgOberpfalz

Geldautomaten gesprengt Prozess gegen „Panzerknacker“

Das Trio sprengte Geldautomaten und flüchtete spektakulär. Einer der mutmaßlichen Täter, ein aus Polen stammender Mechaniker (44), wurde gefasst und muss sich ab Montag vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Die Anklage: Schwerer Bandendiebstahl, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

von Autor AHSProfil

Während der 44-Jährige nach der letzten Tat im Juli gestellt und festgenommen werden konnte gelang seinen Komplizen mit der Beute die Flucht. Bei der ersten Tat soll das Trio im März 2016 in Kretzschau (Sachsen-Anhalt) eine Filiale der Volks- und Raiffeisenbank heimgesucht haben. Die Täter hätten laut Anklage die Überwachungskamera mit schwarzer Farbe besprüht und einen im Foyer stehenden Geldautomaten mit einem Gasgemisch in die Luft gesprengt. Den Tätern seien so vier Geldkassetten, die insgesamt 56 845 Euro enthielten, in die Hände gefallen. Der entstandene Sachschaden wird mit rund 102 000 Euro beziffert.

13 Autos beschädigt

Bei der Flucht fiel ihr Fahrzeug mit gefälschten Autokennzeichen zwei Polizeibeamten auf. Als sie er kontrollieren wollten, flüchtete das Trio über die BAB 4. Um ihre Verfolger abzuschütteln, warf einer der Täter sogenannte "Reifentöter" aus dem Beifahrerfenster. Hierdurch wurden zwei Polizeifahrzeuge und elf unbeteiligte Pkws beschädigt und waren nicht mehr fahrbereit. Sachschaden: 2885 Euro. Die Täter entkamen. Der Diebstahl in einer Geschäftsstelle der Sparkasse Regensburg in einem Verbrauchermarkt in Pentling im Juli verlief ähnlich: Aus zwei gesprengten Geldautomaten erbeuteten die Männer 196 000 Euro, der Schaden belief sich auf 480 000 Euro. Erneut fiel ihr Fahrzeug einer Polizeistreife auf. Bei der Verfolgungsjagd landeten beide Pkws im Straßengraben.

Das Trio flüchtete den Angaben nach weiter zu Fuß. Der Angeklagte wurde jedoch eingeholt. Beim Versuch, ihn festzunehmen, leistete der Pole massiven Widerstand und schlug einem Beamten so heftig gegen den Brustkorb, dass ihm die Luft weg blieb. In der Zeit, in der sein Kollege den Angeklagten fixierte, entkamen die beiden anderen Täter. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt.

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