Nackte Tatsachen gegen Pelz in Regensburg
„Kinder, zieht‘s euch was an“

Maximale Aufmerksam war ihnen sicher: In Unterwäsche marschierten Tierschützer bei minus zwei Grad durch die Altstadt, um gegen den Handel und Kauf von Pelz zu demonstrieren.
Vermischtes
Regensburg
22.12.2016
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So mancher Weihnachtsmarktbesucher verschluckte sich fast an seinem Glühwein: Am Donnerstagabend zogen rund 20 nur in Unterwäsche bekleidete Demonstranten mit Plakaten und Flyern durch die Innenstadt. Sie wollten mit der ungewöhnlichen Aktion ein Zeichen gegen den Handel und Kauf von Pelz setzen.

Bei minus zwei Grad startete die Gruppe am Arnulfsplatz mit ihrem Protestmarsch. Die meisten trugen neben Schuhen nicht mehr als eine Unterhose. Die Frauen hatten ihre Brustwarzen mit einem „X“ aus Klebestreifen verdeckt. Nicht an das Nacktgebot hielt sich ein Mann in Monsterkostüm. Er trug dafür ein Schild mit der Aufschrift „Nur Bestien tragen Pelz“.

Skandierend zogen die Tierschützer durch die Altstadt. „Pelz ist Mord, lieber nackt als Pelz“, riefen sie. Oder: „In jedem Bommel oder Kragen hat einmal ein Herz geschlagen.“ Organisiert wurde die Demonstration von den beiden Vereinen „Animal Revolution“ und „Regensburg Tierrechte Aktiv“.

Altstadtbesucher reagieren amüsiert auf Nacktläufer

Halt machte die Gruppe für kurze Kundgebungen am Lucrezia-Markt am Haidplatz, am Christkindlmarkt am Neupfarrplatz sowie am Rathausplatz. Mandy Hübner, Vorsitzende von „Regensburg Tierrechte Aktiv“, rief die Passanten dazu auf, keinen Pelz zu kaufen. „Helfen Sie mit, diesen grausamen Modetrend zu beenden.“ Vor zehn Jahren habe sich kaum jemand in Pelz auf die Straße getraut. Heute gelte Fell wieder als schick, bedauerte Hübner. Dabei sei das Geschäft mit Pelz mit großem Tierleid verbunden.

Die fast nackten Demonstranten verteilten Flyer an die Passanten, so mancher bekam auch noch eine Umarmung dazu. Die warm eingepackten Altstadtbesucher reagierten überwiegend amüsiert und erstaunt auf die Nacktläufer. Nicht wenige filmten oder fotografierten die Aktion mit ihrem Smartphone. „Kinder, zieht‘s euch was an“, meinte eine Frau. „Die spinnen“, sagte eine andere. Nach 45 Minuten kamen die Tierschützer wieder am Arnulfsplatz an und schlüpften in ihre in einem Auto verstaute Kleidung. Organisatorin Hübner sprach von einem Erfolg. „Viele haben die Aktion mitbekommen, das ist das wichtigste.“
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