16.10.2017 - 16:42 Uhr
RegensburgOberpfalz

Oberpfälzer Polizei stellt Verstöße fest Europaweite LKW-Kontrollaktion

Gefälschte Führerscheine, überlange Fahrzeiten und schlecht gesichertes Gefahrgut: Die Oberpfälzer Polizei stellte bei Kontrollen eine Vielzahl von Verstößen fest. Eine länderübergreifende Kontrollaktion für den "gewerblichen Personen- und Güterkraftverkehr" lieferte laut Polizeisprecher Dietmar Winterberg bemerkenswerte Zahlen. 

Das Gefahrgut war nicht ausreichend gesichert.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Die Beamten überprüften bei der Aktion 258 Fahrzeuge. Es gab 76 Beanstandungen sowie 69 Verstöße gegen das "Fahrpersonalrecht"  Bei 45 "Fehlverhalten beim Transport von Gefahrgut"ist eine Anzeige die Folge. 

Fahrer mit gefälschtem Führerschein unterwegs

Ein 41-Jähriger Fahrer eines Sattelzuges aus Weißrussland legte bei der Kontrolle auf dem Parkplatz Schlossberg an der A93 nahe Hof einen Führerschein der Klasse CE vor. Bei der Überprüfung des Dokumentes stellte sich dieser als Fälschung heraus. Der Fahrer gab an, dass ihm sein Führerschein aufgrund einer Trunkenheitsfahrt im Jahr 2015 in Weißrussland für drei Jahre entzogen worden war. Deswegen habe er sich den gefälschten Führerschein besorgt. Die Polizei stoppte die Tour, ein Ersatzfahrer musste anreisen. 

Massive Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten

Ebenfalls auf dem Parkplatz Schlossberg überprüften die Einsatzkräfte einen 49-jährigen türkischen Sattelzugfahrer.  Es stellte sich heraus, dass dieser 23 Stunden und 19 Minuten - nur von "kurzen Pausen" unterbrochen - hinter dem Lenkrad saß. Polizeisprecher Dietmar Winterberg: "Er verstieß 16 Mal gegen die tägliche Ruhezeit. An einem Tag wurden im 24-Stunden-Zeitraum nur 3 Stunden und 23 Minuten Ruhezeit eingebracht."  Das Bußgeld gegen den Fahrer beläuft sich auf rund 4600 Euro.  Auch gegen den verantwortliche Unternehmer wurden Ermittlungen eingeleitet. Dieser hat gegen die Dispositionspflicht und Aufsichtspflicht verstoßen. 

Massive Mängel an der Ladungssicherung

Die Kontrolle eines 37-jährigen slowakischen Sattelzugfahrers mit französischem Auflieger auf dem Parkplatz Stocker Holz  an der A6  ergab massive Mängel an der Ladungssicherung. Der Sattelauflieger verfügte zwar über einen festen Aufbau, das geladene Gefahrgut war auf der Ladefläche aber ungenügend gesichert. Dietmar Winterberg: "Erst nachdem sich der Fahrer Hilfsmittel zur Ladungssicherung besorgt hatte und das Gefahrgut ausreichend nachgesichert hatte, konnte er die Fahrt fortsetzen." Eine Anzeige nach dem Gefahrgutrecht über 300 Euro ist die Folge. Gegen den verantwortlichen Verlader wird eine Bußgeldanzeige über 500 Euro erstellt.
Winterberg: "Da der Beförderer seinem Fahrer keine ausreichenden Hilfsmittel zur Ladungssicherung zur Verfügung gestellt hatte, erwartet auch diesen eine Bußgeldanzeige über 800 Euro. "

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