Ökumenische Flusssegnung in Regensburg
Kreuz dreimal aus der Donau gefischt

Eine orthodoxe Tradition findet Eingang in eine dreifache Ökumene: die Donausegnung. Schwimmer der Kreiswasserwacht holten das Kreuz aus dem Fluss. Bild: gib
Vermischtes
Regensburg
09.01.2017
90
0

Leise rieselte der Schnee: Bei der ökumenischen Donausegnung in Regensburg am Sonntag stand das Wasser nicht nur thematisch im Mittelpunkt. Es fiel auch ununterbrochen in gefrorener Form von oben auf die Besucher. Katholische, evangelische und griechisch-orthodoxe Geistliche setzten ein Friedenszeichen.

Nacheinander warfen Evmenios Tamiolakis von Lefka, Weihbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, der katholische Oberhirte Rudolf Vorderholzer und der evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss ein geschmücktes Holzkreuz von der Steinernen Brücke in die Donaufluten. Schwimmer der Kreiswasserwacht holten das Kreuz aus dem Fluss. Gläubige verfolgten das Spektakel vom Donauufer aus. "Christen sind Brückenbauer und dazu berufen, Menschen zueinander zu führen", sagte Bischof Voderholzer bei der Zeremonie auf dem frisch sanierten südlichen Abschnitt der Steinernen Brücke. Zuvor hatte Voderholzer bei der Vesper im Dom über die Bedeutung von Wasser als kostbares Element gesprochen. Mit Besorgnis höre er, dass in Syrien das Wasser ausgehe, weil Zisternen zerstört würden.

Fluchtursachen bekämpfen

Voderholzer rief die Gläubigen auf, 2017 gemeinsam Zeugnis für den Schutz des Lebens in all seinen Phasen abzulegen. Insbesondere müsse das Leben in den Gebieten gefördert werden, "aus denen Menschen zu uns aufbrechen". Mit Friedens- und Bildungsarbeit müssten die Fluchtursachen bekämpft werden. Regionalbischof Hans-Martin Weiss sagte, die Donau fließe in Richtung der Regionen, "wo auch in diesem Jahr Sorgen angebracht sind". Er bat um Frieden in den Krisenländern und äußerte in Richtung der Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche die Hoffnung, dass es mit Griechenland sozial und wirtschaftlich aufwärts gehe. Als "schöne orthodoxe Tradition" bezeichnete Oberbürgermeister Joachim Wolbergs die Donausegnung.

"Gott heiligt durch Wasser", sagte Archimandrit Georgios Siomos. Nicht nur die Donau werde gesegnet, auch die Stadt Regensburg und ganz Deutschland, erklärte der Priester. Die Wassersegnung hat in der orthodoxen Kirche eine lange Tradition. Sie erinnert an die Taufe Jesu im Jordan sowie an die Bedeutung von Flüssen als Teil der Schöpfung. Die Ökumene zog sich bis zum Gesang durch: Musikalisch gestaltet wurde sie vom Männerchor der Regensburger Domspatzen und dem Byzantinischen Kantorenchor München.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.