Paul-Gerhardt-Haus in Regensburg konzentriert sich auf Behandlung betagter Patienten
In der Altersmedizin liegt die Zukunft

Das Zentrum für Altersmedizin auf dem Gelände des Krankenhauses Barmherzige Brüder im Regensburger Westen eröffnet am 2. Januar. Bild: gib
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Regensburg
09.12.2016
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Der Anteil alter Menschen in Deutschland wächst. Darauf müssen sich auch die Krankenhäuser einstellen. In Regensburg eröffnet im Januar ein Zentrum für Altersmedizin auf dem Gelände des Krankenhauses Barmherzige Brüder mit 100 Plätzen, das sich gezielt auf die Bedürfnisse betagter Patienten einrichtet - in der Behandlung, aber auch in der Architektur des Hauses.

"Das Gesamtkonzept und die Struktur des Zentrums für Altersmedizin sind beispielhaft und bringen eine enorme Verbesserung der Versorgung betagter Menschen in der Region Ostbayern", sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Mittwoch bei der Segnung des Paul-Gerhardt-Hauses durch Bischof Rudolf Voderholzer und den evangelischen Regionalbischof Hans-Martin Weiss. Der Freistaat bezuschusste das 29-Millionen-Euro-Projekt mit rund 12 Millionen Euro.

Huml hob die Entstehungsgeschichte hervor. Beim Paul-Gerhardt-Haus, das zudem internistische Disziplinen beherbergt, handelt es sich um den Nachfolgebau des Evangelischen Krankenhauses am Emmeramsplatz, das Ende 2016 schließt. Die Evangelische Wohltätigkeitsstiftung und die Barmherzigen Brüder haben gemeinsam das neue Projekt verwirklicht. Die Krankenhausmitarbeiter werden in den Verbund der Barmherzigen Brüder übernommen.

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, der dem Stiftungsausschuss vorsteht, räumte Wehmut über die Schließung des Krankenhauses ein. "Doch das kleine Haus konnte den Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr gerecht werden - und so freue ich mich, dass wir heute einen bedeutenden Schritt in die Zukunft gehen." Das hochmoderne Zentrum komme dem wachsenden medizinischen und pflegerischen Bedarf älterer Menschen entgegen.

Ganzheitliche Therapien

Frater Benedikt Hau, Provinzial der Bayerischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder, erklärte, die Versorgung betagter und mehrfach erkrankter Menschen entspreche dem Kern des Ordensauftrags. "Wir nehmen die ganzheitliche Therapie unserer geriatrischen Patienten ernst. Sie sollen möglichst gut sozial integriert bleiben und ein Leben in Würde führen können." Professor Cornel Sieber, geriatrischer Chefarzt im Paul-Gerhardt-Haus, betonte: "Der Patient wird nicht herumgereicht, die Spezialisten kommen zu ihm." Mit einer Akutgeriatrie sowie einer geriatrischen Frührehabilitation sei eine optimale Behandlung gewährleistet. 14 Betten gehören zu einem besonders geschützten Bereich für demenzkranke Menschen. In Räumen für Ergo- und Physiotherapie sollen die Patienten sich fit für den Alltag halten, Rundwege sollen dem Bewegungsdrang der demenzkranken Patienten gerecht werden. Leuchtende Fußleisten mit Bewegungsmeldern in den Zimmern helfen Stürze zu vermeiden. An magnetischen Wänden können demente Patienten private Bilder aufhängen.
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