25.01.2018 - 21:54 Uhr
RegensburgOberpfalz

Prozess um Babyleiche unterbrochen Neue Ermittlungen

Es ist ein Prozess vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg, der täglich neue Überraschungen bringt. Eine Einzelhandelskauffrau (36) aus Zeitlarn gebar am 28. Dezember 2016 in ihrer Wohnung ein Mädchen. Wenige Stunden später soll sie es in Tücher gehüllt in eine Plastiktüte gesteckt haben. Das Bündel legte sie in einen Plastikkoffer und diesen in einen Plastiksack, den sie auf ihren Speicherboden stellte. Laut Rechtsmediziner trat der Tod des Babys durch Sauerstoffmangel und Unterkühlung binnen weniger Stunden ein.

von Autor AHSProfil

Ihrem Lebensgefährten gegenüber, von dem sie wusste, dass er ein Kind ablehnt, hatte die Angeklagte stets bestritten schwanger zu sein. Selbst einen positiven Schwangerschaftstest tat sie mit den Worten "die sind nicht immer sicher" ab. Als der 40-Jährige am 2. Januar 2017 von einem Kurzurlaub die Wohnung blutbesudelt vorfand, erzählte sie etwas von einem Tumor, der während seiner Abwesenheit aufgegangen sei. Doch dieser schöpfte Verdacht und ging zur Polizei. Auch den Beamten erzählte die Angeklagte zunächst etwas von einem Tumor. Erst als diese die Leiche entdeckten räumte sie ein: "Das Kind lag da. Ich glaube, es hat gelebt. Ich hab es weggebracht."

Zu Beginn ließ sie über ihren Verteidiger Mathias Klose eine Erklärung verlesen. In dieser Version will sie von der Schwangerschaft nichts bemerkt haben und sei von der Geburt überrascht worden. Eine neue Analyse ihrer Handydaten widerlegte dies, denn die Frau hatte vor der Niederkunft im Internet die Begriffe "Babyklappe" und "Kosten einer Entbindung" aufgerufen. Offensichtlich unzufrieden mit den Ermittlungen der Kripo, wie mit der oberflächlichen Sichtung des Handys, hatte der Vorsitzende "weiteren Ermittlungsbedarf" angekündigt und den Prozess bis Mitte Februar unterbrochen.

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