15.07.2011 - 00:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Regensburger Galerie-Tour, Teil 4: "konstantin b" - Warum Bernhard Löffler nebenberuflich ... "Das ist Leidenschaft für die Kunst"

Ein schweres, nicht mehr ganz neues Gitter blockiert die Eingangstüre. Dahinter ein Zettel: Öffnungszeit - Freitag von 16 bis 21 Uhr und nach Vereinbarung. Bernhard Löffler hat sich eine komplette Ladenfläche gemietet, um sie ganze fünf Stunden pro Woche aufzusperren. Fünf Stunden, deren Vorbereitung ihm viel zusätzliche Zeit abverlangt. Fünf Stunden, die Arbeit kosten. Und trotzdem, so Löffler: "Was soll ich sagen? Das ist Leidenschaft für die Kunst."

von Franz Kurz Kontakt Profil

Löffler ist Galerist in Teilzeit, wobei man ihm mit dieser Bezeichnung vermutlich Unrecht tut. Denn seine Galerie "konstantin b" in der Regensburger Innenstadt führt er durchaus mit professionellem Anspruch. Nur eben nicht hauptberuflich. Als Berufung arbeitet der Sozialpädagoge mit geistig behinderten Erwachsenen. Galerist ist er seit knapp zehn Jahren. Eher durch Zufall. "Es war nie mein Traum."

Er hatte damals schon einige Ausstellungen organisiert mit Kunst von behinderten Menschen, in Banken oder einem Krankenhaus. "Sonst hatte ich keine Vorbildung." Als sich dann die Gelegenheit ergab, die Galerie eines Freundes zu übernehmen, "habe ich mir gedacht, ich kann das einfach mal probieren".

Probieren ohne Studieren. "Ich bin Quereinsteiger, Autodidakt", sagt Löffler. Und natürlich könnte er allein von dem, was die Galerie abwirft, nicht leben. Ziel sei vielmehr, dass sie sich zumindest selbst trägt. "Und auch das tut sie nicht immer." Aber da ist nun mal diese Leidenschaft, "die Auseinandersetzung mit der Kunst ist für mich immer wieder inspirierend". Außerdem: "Wenn man etwas aufgebaut hat, gibt man es nicht mehr so leicht auf."

"Zeichen" an der Wand

Also steckt er 15 bis 20 Arbeitsstunden wöchentlich in seine Galerie, besucht die großen Schauen, um sein Auge weiter zu schulen, knüpft Kontakte zu Künstlern. So zum Beispiel zu Ingo Gummels, dessen Malereien, angesiedelt zwischen Figuration und Abstraktion, derzeit unter dem Titel "Zeichen" an den Wänden der Galerie hängen. Im September soll dann eine Schau mit Zeichnungen folgen, danach ist eine mit Fotografien geplant.

Drängen in die Kunst

Löffler versucht Abwechslung zu schaffen. Auch bei den Künstlern selbst. Mal kommen regionale an die Reihe, dann wieder welche, die sonst kaum in Regensburg zu sehen sind. Ob sie alle auch eine akademische Ausbildung haben, ist für den non-konformen Freigeist nicht zwangsläufig entscheidend.

"Wichtig ist für mich, dass ich das Gefühl habe, dass es Leute sind, die ein Drängen in die Kunst haben." Und das erinnert dann doch wieder an den Autodidakten Löffler selbst.

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