Schiff der Seenotrettung "Sea-Eye" rettet 23 Menschen aus Seenot
In zwei kleinen Holzbooten vor der tunesischen Küste

Der Kutter "Seefuchs" der Regensburger Flüchtlingsinitiative "Sea Eye". (Foto: Stefan Sauer/dpa)
Vermischtes
Regensburg
15.09.2017
84
0

Die Crew der "Seefuchs", des zweiten Schiffes der privaten Regensburger Seenotrettung "Sea-Eye", hat nach eigenen Angaben am Freitag 23 Menschen gerettet. Die Flüchtenden seien in zwei kleinen Holzbooten rund 36 Seemeilen vor der tunesischen Küste entdeckt worden, teilte "Sea-Eye"-Chef Michael Buschheuer am Freitag mit. Die geretteten Menschen hätten angegeben, vor zwei Tagen vom libyschen Zuwara aus in See gestochen zu sein.

Wie schon eine Rettung Anfang September, als die "Seefuchs" 16 Menschen vor der libyschen Küste aus Seenot rettete, zeige auch dieses Ereignis, "dass die Behauptung von Frontex und den europäischen Innenministern, es gebe keine Flüchtenden mehr im westlichen Mittelmeer, nichts als Propaganda ist", erklärte Buschheuer. Auch andere private Rettungsorganisationen würden in diesen Tagen immer wieder Schiffbrüchige aus Holz- und Schlauchbooten bergen.

Laut "Sea-Eye" könnten noch viel mehr Menschen gerettet werden, "wenn die Seenotrettung nicht durch Waffengewalt von den libyschen Kräften" verhindert würde. "Wir müssen davon ausgehen, dass weiterhin Menschen ertrinken, weil sie nicht rechtzeitig entdeckt und gerettet werden." Libyen und die EU verhinderten Buschheuer zufolge durch die Blockade, "dass es unliebsame Zeugen menschlicher Tragödien" gebe.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.