11.04.2018 - 20:58 Uhr
RegensburgOberpfalz

Spatenstich: Autobahnausbau bei Regensburg Sechs Jahre Stau mit Ansage

15 Kilometer lang soll die A 3 bei Regensburg künftig auf sechs Spuren laufen. Am Freitag ist Spatenstich für den Ausbau zwischen dem Kreuz Regensburg und der Anschlussstelle Rosenhof. Das bedeutet auch mehr Belastung für die A 93.

von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Bis 2024 wird auf der A 3 gebaut. Zwar bleibt die Autobahn bis auf wenige Ausnahmen befahrbar, trotzdem erwarten Polizei und Autobahndirektion vor allem eines: noch mehr Stau. Auch auf der kreuzenden A 93.

"Die A 3 ist bei Regensburg auch ohne Baustellen schon überlastet", sagt Josef Seebauer von der Autobahndirektion Südbayern. "Sowohl A 3 als auch A 93 werden von den Regensburgern als Stadtautobahn genutzt - der innerstädtische Verkehr ist aber inzwischen so gewachsen, dass das nicht mehr funktioniert." Dazu käme das große Problem, dass keine leistungsfähigen Umleitungsstrecken existierten.

Tendenz: steigend

Deshalb werde die kommenden sechs Jahre etappenweise gebaut. Alle fünf betroffenen Anschlussstellen bleiben offen, es sollen stets zwei Fahrspuren in jede Richtung befahrbar sein. Kosten: 270 Millionen Euro.

Die fünfte und sechste Fahrspur werden dringend benötigt: Schon 2010 waren zwischen Autobahnkreuz und Universität täglich rund 67 000 Autos unterwegs - in der Urlaubszeit teilweise sogar bis 100 000 am Tag. Die Prognose zeigt: Bis 2030 soll diese Zahl auf 82 000 ansteigen. Mit rund 20 Prozent liegt auch der Anteil an Lastwägen über dem bayerischen Durchschnitt von 15 Prozent.

Ab durch die Mitte?

Ist man nicht zwingend auf eine bestimmte Uhrzeit angewiesen, empfiehlt Seebauer, man solle für die Fahrten über die Autobahn im Voraus einen Zeitpuffer einplanen. Die Optionen: andere Strecken oder Zeiten, Fahrgemeinschaften, Ausweichen auf Bus oder Bahn. "Ich kann leider weder eine Umfahrung noch die Benutzung der Autobahn besonders empfehlen", sagt Seebacher. "Wenn niemand über die Autobahn fährt und alle auf die B 20 ausweichen, ist diese hoffnungslos überlastet." Es müsse jeder jeweils die beste Lösung für seine Situation finden. "Nach einer Zeit wird sich die Verkehrslage ausgleichen und einpendeln", verspricht er. Vor allem nach Ferienzeiten empfiehlt er, die Autobahn unbedingt zu meiden.

Auch auf der A 93 stünden Stau- meldeanlagen, denn gerade das Ende eines Staus berge viele Gefahren. Unter anderem, weil es hier besonders oft kracht. Das bestätigt Polizeisprecher Albert Brück: "Besonders gefährlich wird es auch, wenn die Autofahrer wegen einer Baustelle die Fahrbahnseiten wechseln müssen." Wo es möglich ist, möchte die Autobahndirektion deshalb Sichtschutzwände einziehen und eventuell die Geschwindigkeit herabsetzen. "Bei der Baustelle an der A 9 zwischen Holledau und München konnten wir die Unfallrate fast halbieren, indem wir die Autofahrer von 80 auf 60 Kilometer pro Stunde gedrosselt haben", informiert Seebacher.

"Aktuell planen wir eine Stau-Ampel auf unserer Homepage. Dort soll ersichtlich sein, zu welchen Zeiten man die besten Chancen hat, staufrei über die A 3 zu klommen." Seebauer ist zuversichtlich. Allerdings sei es mit dem Ausbau dieser Strecke alleine nicht getan: Auch die Regensburger A 3 Richtung Nürnberg sowie die A 93 befänden sich aktuell in der "Planungsvorphase". "Besonders die beiden Tunnel auf der A 93 sind ein Nadelöhr und sollen saniert werden", kündigt er an. In sechs Jahren ist es also noch lange nicht vorbei mit den Baustellen auf den Autobahnen rund um Regensburg.

Vollsperrungen der A 3

Vier Brücken über die A 3 sind bereits gesperrt, in der Nacht zum 15. April werden sie abgerissen. Zwischen Samstag, 20 Uhr, und Sonntag, 14 Uhr, ist die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Regensburg-Universität und Rosenhof gesperrt. An drei Wochenenden im Sommer müssen Autofahrer ebenfalls ausweichen, dann werden Gerüste oder Brückenteile aus- und eingehoben. Der regionale Verkehr wird beschildert umgeleitet auf den Odessa-Ring und die Straubinger Straße. Von der A 93 in Richtung Passau empfiehlt sich eine Umfahrung des Autobahnkreuzes, so zum Beispiel über die B 85 ab Schwandorf-Mitte Richtung Wackersdorf und ab Cham über die B 20 bis zur Autobahnauffahrt Straubing. "Für die Umleitungen innerhalb des Stadtgebiets werden bestehende Baustellen geräumt. Wir bemühen uns um einen fließenden Verkehr trotz Vollsperrung", sagt Josef Seebauer. An folgenden Wochenenden ist die A 3 zeitweise gesperrt:

Samstag, 14. April, 20 Uhr bis Sonntag, 15. April, 14 Uhr zwischen Universität und Rosenhof

Samstag, 16. Juni, 21 Uhr bis Sonntag, 17. Juni 14 Uhr zwischen Burgweinting und Rosenhof

Samstag, 21. Juli, 21 Uhr bis Sonntag, 22. Juli, 14 Uhr zwischen Universität und Rosenhof (olr)

Weitere Informationen:

www.a3-regensburg.de

Die A 3 ist bei Regensburg auch ohne Baustellen schon überlastet.Josef Seebauer, Autobahndirektion Südbayern.
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