06.09.2017 - 17:46 Uhr
RegensburgOberpfalz

Tote Prostituierte in Regensburg: Polizei nimmt Mann in Weiden fest 21-Jähriger soll Frau erwürgt haben

Habgier und die Verdeckungsabsicht einer Straftat - Das waren wohl die Gründe, warum ein 21-Jähriger aus Mali eine Prostituierte in Regensburg erwürgte. Die Polizei nahm den Mann am Montag gegen 18.30 Uhr in Weiden fest.

In einem Haus in der Landshuter Straße in Regensburg fand die Polizei am Mittwoch, 30. August, eine tote Prostituierte.
von Eva Hinterberger Kontakt Profil

Der 21-Jährige habe sich widerstandslos festnehmen lassen, erklärte Polizeivizepräsident Michael Liegl bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Regensburg. Am Dienstag habe ein Richter am Amtsgericht Regensburg Haftbefehl erlassen. Auch habe der Verdächtige "die Tathandlung im Wesentlichen eingeräumt".

Dem 21-Jährigen wird vorgeworfen am Mittwoch, 30. August, eine 33-jährige Prostituierte in einer "Modellwohnung" in der Landshuter Straße erwürgt zu haben. "Durch die Motive ,Habgier' und ,Verdeckung einer Straftat' wird der Totschlag zum Mord", erklärte Theo Ziegler, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Solange der Beschuldigte aber nicht von einem Gericht verurteilt wurde, greife die Unschuldsvermutung.

Asylantrag im Juni abgelehnt

Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen 21-jährigen Staatsangehörigen der Republik Mali - zumindest besage das eine Geburtsurkunde, die er vorgelegt habe, erklärte Liegl. Der Mann reiste Ende März 2017 nach Deutschland ein, sein Asylantrag wurde im Juni von der Ausländerbehörde abgelehnt. Da der 21-Jährige keinen gültigen Ausweis hatte, wurden Ersatzpapiere bei der Republik Mali beantragt. Die Abschiebung wurde bis zum Erhalt der Papiere ausgesetzt.

Der Asylbewerber lebte bis zum 1. September in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Zeißstraße, dann wurde er in eine Asylbewerberunterkunft in Neualbenreuth (Landkreis Tirschenreuth) verlegt. "Die Verlegung hat nichts mit dem Fall zu tun", erläuterte Kathrin Kammermeier, Sprecherin der Regierung der Oberpfalz. Die Unterbringung in einer Erstaufnahmeeinrichtung sei für eine befristete Zeit vorgesehen.

Geld beim Opfer vermutet

Als Tatmotiv gehen die Ermittler von "monetären Beweggründen" aus. "Er hat bei der Frau offensichtlich Geld vermutet", sagte Franz Schimpel, Leiter der Kriminalpolizei Regensburg. Die Ermittler gehen auch davon aus, dass sich Opfer und Täter kannten. Ob es in der Tatnacht zu einem sexuellen Kontakt gekommen sei, sei nicht feststellbar. Der Festnahme voraus gingen die Auswertung von Videoaufzeichnungen und Kommunikationsdaten, die Sicherung von Spuren am Tatort sowie die Vernehmung von über 40 Personen. "Das Problem dabei war, dass wir sehr viele Dolmetscher benötigt haben", erläuterte Stefan Halder, der Leiter der 25-köpfigen Ermittlungskommission "Alemannen".

"Eine dieser Spuren führte zum tatverdächtigen 21-Jährigen", erklärte Liegl. Beim Verdächtigen wurde auch das Mobiltelefon der getöteten Prostituierten gefunden. Ebenso bestätigte Halder, dass der Mann in dieses eine italienische Sim-Karte eingelegt hatte. "Ob er flüchten wollte, ist noch nicht klar." Die Frage, ob die Ortung des Handys der Getöteten die Ermittler zum Tatverdächtigen führte, wollte Halder nicht kommentieren. "Wir nutzen alle Mittel der Strafprozessordnung", sagte er. "Da haben wir entsprechende Mittel zur Verfügung."

Haus mit vielen Spuren

Auch seien sowohl Aufzeichnungen privater als auch öffentlicher Videokameras ausgewertet worden. "Aber nicht aus den einzelnen Zimmern", betonte Schimpel. Mehr wollten die Ermittler vorerst nicht sagen, da die Untersuchungen nicht abgeschlossen seien. "Wir haben hier einen Tatort, bei dem es sich nicht um ein Einfamilienhaus mit einfachen Spuren handelt, sondern um ein Haus mit vielen Spuren und wechselnden Personen", betonte Halder.

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