14.01.2018 - 11:22 Uhr
RegensburgOberpfalz

Zwei Beamte schwer verletzt: Ermittlungen wegen versuchten Tötungsdelikts [Aktualisierung] Knöchelbruch und Schädelprellung: Übergriffe auf Polizisten

Ein Polizist bricht sich den Knöchel, andere werden getreten, beleidigt, geschubst und mit Bier übergossen: Am Wochenende kam es in Regensburg zu mehreren Übergriffen auf Polizeibeamte. Zwei mussten ins Krankenhaus. Gegen einen 17-Jährigen wird wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt.

Symbolbild: Patrick Seeger/dpa
von Julian Trager Kontakt Profil

Eine Party in der Regensburger Innenstadt ist völlig aus dem Ruder gelaufen: Weil der Veranstalter seine Personalien nicht angeben wollte, eskalierte die Situation. Wie die Polizei berichtet, wurden die am Sonntag gegen 1 Uhr wegen massiver Ruhestörung gerufenen Polizisten vom Partygastgeber zu Boden geschubst und von anderen Gästen mit Bier überschüttet und beleidigt.

Und das alles, weil der Veranstalter sich nicht nach seinen Ausweisdokumenten untersuchen lassen wollte. Er riss sich los und stieß einen Polizisten zu Boden. Die Beamten nahmen den Mann daraufhin fest. Das gefiel den anderen Partygästen nicht. Sie versuchten immer wieder, die Festnahme zu verhindern.

Die Polizisten riefen Verstärkung, erst dann konnte die Situation beruhigt werden. Der Ordnungshüter, der sich durch den Widerstand den rechten Knöchel brach, musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Versuchter Tötungsdelikt

Bereits am Samstag gegen 21 Uhr wurde ein weiterer Polizist verletzt. In der Friedensstraße vor den Arcaden 3 kontrollierten Beamte  eine rund 15-köpfige Gruppe Jugendlicher. Einzelne Personen wehrten sich massiv, es kam zu einem Handgemenge. Ein 17-Jähriger schlug mit der Faust gegen den Kopf eines Polizisten.

Ein weiterer 17-Jähriger afghanischer Herkunft trat mehrmals mit dem Fuß gegen den Kopf des Beamten, der sich eine Schädelprellung, eine Platzwunde über dem Auge und eine Gehirnerschütterung zuzog. Auch er musste ins Krankenhaus. Gegen diesen Täter wird mittlerweile wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt, teilte die Polizei auf Nachfrage mit. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Am Sonntag um 4 Uhr kam es zum nächsten Übergriff auf einen Polizisten: Nach einer körperlichen Auseinandersetzung in einer Wohnung in Leoprechting wurde die Polizei verständigt. Die wurde dann vom 33-jährigen Täter mit einer etwa 18 Zentimeter langen Schraube empfangen. Der Mann stach in Richtung der Polizisten, die ihn dann trotz massiven Widerstands überwältigen konnten. Der Grund? Vermutlich, weil er "high" war, wie die Polizei mitteilt. In der Wohung fanden die Beamten eine Cannabis-Aufzuchtanlage.


Kommentar von Frank Werner

Polizisten werden bepöbelt, mit Bier überschüttet, getreten: Die Gewalt gegenüber den Beamten hat am Wochenende in der Oberpfalz eine neue Dimension erreicht. Diese Stufe der Eskalation kommt nicht aus heiterem Himmel. Es ist ein Prozess der zunehmenden Respektlosigkeit nicht nur gegenüber der Polizei, sondern gegenüber Hilfskräften generell.

Diese Verrohung hat mehrere Ursachen. Da sind die hemmungslosen Rüpeleien im Internet, die Herabwürdigung der Schwachen in der Gesellschaft, die zunehmende Egomanie oder auch die Missachtung staatlicher Institutionen. Ein Mix an mangelnder Empathie, der in enthemmter Gewalt münden kann.

Mit schärferen Gesetzen ist der Rücksichtslosigkeit nicht beizukommen. Respekt kann man nicht erzwingen. Er muss von Kindesbeinen an geübt und vorgelebt werden. Von der Familie, der Schule, dem Arbeitgeber. Die Versäumnisse der Vergangenheit bekommt die Gesellschaft zu spüren. Höchste Zeit, selber wieder auf die Werte zu achten, die unsere freiheitliche Ordnung zusammenhalten.

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