18.04.2018 - 20:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Geldausgabeautomat kostet jährlich 25 000 Euro Gratis-Girokonto gehört Vergangenheit an

Regensburg/Weiden. Von den etwa 950 Milliarden Euro "faulen" Krediten, die bei den Banken in der Euro-Zone schlummern, entfallen lediglich 2 Prozent auf Deutschland. Vor diesem Hintergrund rechnet der Bezirkspräsident des Genossenschaftsverbands Oberpfalz, Wolfgang Völkl, nicht so bald mit signifikant steigenden Zinsen. Denn ansonsten kämen diese Banken und die hochverschuldeten Südländer in Bedrängnis.

Auf einen Blick: Die Volks- und Raiffeisenbanken in der Oberpfalz. Von der katholischen Liga-Bank mit ihrer Sonderrolle abgesehen, ist die fusionierte Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz die klare Nummer eins im Regierungsbezirk. Repro: cf
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Über das Wachstum - vor allem im Firmenkundengeschäft mit einem Marktanteil von inzwischen mehr als 20 Prozent - steuern die Oberpfälzer Volks- und Raiffeisenbanken dem durch die Nullzinsen bedingten Gewinn-Einbruch entgegen. Ihr Gesamtbetriebsergebnis sank dennoch von 2016 auf 2017 von 0,96 auf 0,87 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme.

Ohne die kräftig gestiegenen Provisionserlöse (wir berichteten) wäre das Minus noch massiver ausgefallen. So steht unterm Strich ein Rückgang des Betriebsgewinns (Ergebnis vor Steuern) um 11,6 Prozent auf 160,8 Millionen Euro: Diese Summe erwirtschafteten 2017 die 28 Oberpfälzer Volks- und Raiffeisenbanken. In der Folge dürften für die Kunden die Gebühren für die Bankgeschäfte noch weiter anziehen. "Das kostenlose Girokonto gehört der Vergangenheit an", erklären sowohl Präsident Völkl als auch sein Stellvertreter Bernhard Werner. Wie berichtet, schrumpfte auch in der Oberpfalz 2017 die Zahl der Geldausgabe-Automaten von 377 auf 364 gegenüber dem Vorjahr. Intern werden die laufenden Betriebskosten für einen der praktischen Automaten jährlich auf 20 000 bis 25 000 Euro beziffert.

Mit einem haftenden Eigenkapital von insgesamt 1,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,8 Milliarden Euro) sind die Oberpfälzer Genossen jedoch grundsolide aufgestellt und für alle Herausforderungen gerüstet.

Die 28 Volks- und Raiffeisenbanken im Regierungsbezirk könnten von ihrer Struktur her kaum unterschiedlicher sein: An der Spitze steht die "Kirchenbank" (Liga Regensburg) mit fast 5,6 Milliarden Bilanzsumme, gefolgt von der fusionierten VR RB Nordoberpfalz mit 2,85 Milliarden Euro; mit deutlichem Abstand platziert sich nach der Größenordnung die RB Chamer Land mit 1,05 Milliarden Euro auf Rang 3. Das Schlusslicht im Ranking bildet die RB Bruck mit 30,5 Millionen Euro Bilanzsumme. "Wir sind nicht homogen, sondern heterogen", stellt Genossen-Präsident Wolfgang Völkl fest.

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