Gut ein Fünftel der Unternehmen will wegen des Bewerbermangels das Angebot einschränken
Handel und Industrie reduzieren Lehrstellen

Wirtschaft
Regensburg
18.04.2013
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(dpa/paa) Der Mangel an geeigneten Bewerbern lässt die Industrie und Handel in Bayern wieder auf die Bremse treten. Gut ein Fünftel der Unternehmen plane in diesem Jahr weniger Lehrstellen ein als im Jahr 2012, ergab die Ausbildungsumfrage der bayerischen Industrie- und Handelskammern (IHK), die am Mittwoch in München vorgestellt wurde.

"Dieser Trend ist fatal, denn die bayerischen Unternehmen brauchen Nachwuchs, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken", warnte Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages. In der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim wollen mehr als 67 Prozent gleich viele Auszubildende wie im vergangenen Jahr oder sogar mehr einstellen, teilte die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim mit. 58 Prozent der Unternehmen würden Jugendliche zudem mit betriebsinterner Nachhilfe unterstützen. Eine Maßnahme, um im Wettbewerb um den Nachwuchs zu bestehen. Bundesweit blieben nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages vergangenes Jahr 70 000 Ausbildungsplätze in Industrie, Handel und Dienstleistungen unbesetzt. In Bayern blieben 10 100 Ausbildungsplätze verwaist.
An der Umfrage hatten sich 2366 Unternehmen aus dem Freistaat beteiligt. Ein Fünftel der Unternehmen konnte offene Lehrstellen nicht besetzen. Ein Teil fand sogar keinen einzigen Auszubildenden. Betroffen waren vor allem kleine Betriebe, die einen wesentlichen Teil der Ausbildung stemmten, hieß es. Als Grund gab die Mehrzahl der Firmen an, keine geeigneten Bewerbungen erhalten zu haben. Neben einer mangelnden Ausbildungsreife beklagten die Unternehmen auch, dass viele Schulabgänger nur unklare Berufsvorstellungen hätten und nicht wüssten, was sie in der Ausbildung erwartet.
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