IHK informiert über "Industrie 4.0" - Internetbasierte Steuerung der Produktion
Blick in die Zukunft der Fabrik

Nicht nur auf dem Smartphone, auch in der Produktfertigung geht ohne Internet bald nicht mehr viel. Davon sind (von links) Professor Robert Obermaier (Uni Passau), Robert Torscht (Insys Microelectronics), Johann Hofmann (Maschinenfabrik Reinhausen) und Florian Dürr (Stangl & Co) überzeugt. Bild: duf
Wirtschaft
Regensburg
12.10.2013
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In eine wahrhaft futuristische Welt tauchten die Besucher der Veranstaltung "Die Fabrik der Zukunft" ein. Firmenvertreter informierten sich bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Regensburg darüber, wie sie ihre Unternehmen künftig fit für den Wettbewerb machen können. Das Schlüsselwort heißt "Industrie 4.0".

Eine Datendrehscheibe

Ein nicht sehr griffiger Begriff, wie Professor Robert Obermaier von der Universität Passau zugibt. Der Kern liegt dabei in der Installierung von cyber-physischen Systemen, also der Verbindung von realen Dingen, etwa Maschinen, mit dem Internet. Der Ausdruck "Industrie 4.0" leitet sich aus der Geschichte ab: Auf die Industrielle Revolution im 19. Jahrhundert folgte der Beginn der Massenproduktion im frühen 20. Jahrhundert. Die Digitalisierung, die heute in vollem Gange ist, wird als dritte Industrielle Revolution angesehen - mit der "Industrie 4.0" am Horizont0.

Eine Firma, die bereits heute ein solches System parat hat, ist die Maschinenfabrik Reinhausen aus Regensburg - und die Geschäftsidee ist eine interne: Zunächst wollte die Maschinenfabrik ihre eigenen Prozesse verbessern, wie Diplomingenieur und Bereichsleiter Johann Hofmann berichtete. Früher hätten Mitarbeiter Papiermappen von Maschine zu Maschine getragen und Daten per Hand eingetragen - was zeitaufwendig und fehleranfällig war. Dann versuchte man, die Maschinen miteinander zu vernetzen. Doch das habe sich als großes Durcheinander herausgestellt.
Die Lösung fand sich in einer webbasierten Datendrehscheibe, die mit allen Maschinen in Kontakt steht. "Seit 2002 läuft bei uns alles papierlos", schwärmt Hofmann. Die Effizienz dieses Systems überzeugte die Maschinenfabrik derart, dass sie die Datendrehscheibe "MR-CM" auch an andere Unternehmen verkauft. Was passiert, wenn Unternehmen den technischen Fortschritt verschlafen, machte Professor Obermeier anhand einiger plakativer Beispiele deutlich: So sei der Quelle-Katalog durch den Internetversandhändler Amazon abgelöst worden, die Brockhaus-Enzyklopädie durch Wikipedia.com.
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